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Wie die Lagerarchitektur die Intralogistik verändert
Advasolutions wird auch in Kühlhäusern eingesetzt.

Wie die Lagerarchitektur die Intralogistik verändert

Die Intralogistik steht zunehmend unter Druck. Eine wachsende Artikelvielfalt, schwankende Auftragsvolumina, begrenzter Platz und Personalmangel lassen starre Lagerkonzepte immer unattraktiver werden. Vor allem in Situationen, in denen bestehende Gebäude, saisonale Spitzen und unterschiedliche Artikelprofile zusammenkommen, gewinnen modulare Automatisierungslösungen an Bedeutung. Sie lassen sich schrittweise erweitern und einfach in bestehende Strukturen integrieren.

Ein Beispiel hierfür ist das Shuttle-System von Advasolutions. Dieses System ersetzt zentrale Hebemechanismen durch autonome Fahrzeuge, die sich horizontal, vertikal und seitlich durch das Regalsystem bewegen. Bemerkenswert ist, dass das System keine zentralen Aufzüge benötigt: Jedes Shuttle wechselt selbstständig die Ebene über integrierte Fahr- und Hubzonen innerhalb des Regalsystems. Dadurch sinkt die Abhängigkeit von zentralen Komponenten, die Ausfallsicherheit des Systems steigt und der verfügbare Lagerraum wird effizienter genutzt.

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Das Shuttle-System von Advasolutions.

Pappkartons

Darüber hinaus zeichnet sich das System durch die direkte Warenabwicklung aus. Anstelle von festen Systembehältern kann die Anlage Kartons, Einzelartikel und andere Ladungsträger mit Abmessungen von bis zu 800 × 600 × 600 Millimeter und einem Gewicht von maximal 25 Kilogramm verarbeiten. Das Regal bildet dabei die modulare Trag- und Fahrstruktur, während das Regalsystem dynamische Lagerplätze nutzt, die sich an die tatsächlichen Produktabmessungen anpassen. Freier Lagerraum wird automatisch neu zugewiesen. Das reduziert Umverpackungsvorgänge, verringert Leerraum und macht das System besonders geeignet für wechselnde Sortimente.

Die operative Intelligenz ist im selbst entwickelten Warehouse Execution System (WES) verankert, das als digitaler Zwilling Bewegungen, Bestände und Ressourcen in Echtzeit visualisiert, Fahrrouten plant und Ein- und Auslagerungsprozesse synchronisiert. Der advaManager ergänzt dies durch eine übergreifende Plattform für Prozesse und Daten. Das System bündelt Bestellungen, Bestandsverwaltung, Vertrieb, Dokumentation und Compliance in einer webbasierten Umgebung und unterstützt Rollen- und Berechtigungsverwaltung, Audit-Protokolle, digitale Archivierung sowie Anbindungen an Buchhaltungs- und Lagerverwaltungssysteme.

Abweichungen

Künstliche Intelligenz erweitert diese Möglichkeiten noch weiter. Moderne Systeme erkennen Abweichungen im Materialfluss automatisch und können Qualitätskontrollen in Echtzeit durchführen. Gleichzeitig analysieren selbstlernende Algorithmen Verkehrsströme, Auslastungsgrade und Prioritäten innerhalb des Lagers, um die Transportabläufe kontinuierlich zu optimieren.

Dadurch sinken Fehlerquoten, Energieverbrauch und Durchlaufzeiten spürbar.

Auch die Rolle der Mitarbeiter verändert sich. Körperlich anstrengende Tätigkeiten, beispielsweise in Kühlhäusern oder bei sich wiederholenden Transportaufgaben, werden zunehmend automatisiert. Das entlastet die Mitarbeiter und erhöht gleichzeitig die Stabilität der Prozesse. Gerade angesichts des anhaltenden Personalmangels wird die Automatisierung damit zu einem wichtigen Faktor für die Zukunftsfähigkeit vieler Unternehmen.

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Adaptive Systeme

Rodrigo Arias, CTO des deutschen Anbieters Advasolutions, sieht darin einen grundlegenden Wandel innerhalb der Branche. Laut Arias müssen Lager in Zukunft nicht mehr starr auf bestimmte Artikel oder Prozesse ausgerichtet sein. Stattdessen entstehen adaptive Systeme, die sich flexibel an neue Anforderungen anpassen und gleichzeitig effizienter und widerstandsfähiger arbeiten. Die Lagerautomatisierung entwickelt sich damit von einer rein technischen Infrastruktur zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor. Unternehmen, die frühzeitig auf datengesteuerte und modulare Systeme setzen, legen seiner Meinung nach den Grundstein für stabile Lieferketten, höhere Effizienz und nachhaltige Skalierbarkeit.

Arias fügt hinzu: “Wenn die Robotik fehlt, wird das Lager zum Engpass.” Damit verweist er auf einen strukturellen Wandel: Die Leistung wird nicht mehr ausschließlich durch die Mechanik bestimmt, sondern durch das Zusammenspiel von Shuttle-Flotten, Regalsystemen, flexiblen Lagerorten und integrierten Datenströmen. Für Unternehmen bedeutet dies eine höhere Betriebssicherheit, weniger manuelle Fehler, eine effizientere Raumnutzung und eine Skalierbarkeit, die auch wirtschaftlich sinnvoll ist.

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