[00:02] Lagerautomatisierung und Einführung
Roel van Gils: Willkommen zu einer weiteren neuen Folge von „Tussen de Stellingen“ von Warehouse en Logistiek Benelux. Heute sprechen wir über die Lagerautomatisierung. Roboterarme, mobile Roboter, automatische Lagersysteme. Lager, in denen Waren nahezu selbstständig ihren Weg finden. Das klingt vielleicht nach etwas, das nur für die allergrößten Akteure in der Logistik in Frage kommt. Aber trifft dieses Bild eigentlich noch zu? Bei mir am Tisch sitzt Richard Hagen Versteeg von Element Logic. Richard, herzlich willkommen. Stell dich doch bitte kurz vor, wenn du möchtest.
Richard Hagen Versteeg: Vielen Dank. Ja, mein Name ist Richard Hagen Versteeg. Ich bin 57 Jahre alt und als Business Development Director für die Geschäftsentwicklung verantwortlich sowie Mitglied des Managementteams von Element Logic Benelux. Das ist unsere Niederlassung für die Niederlande, Belgien und Luxemburg mit Sitz in Bemmel zwischen Nijmegen und Arnheim. Dort haben wir unseren Firmensitz. Unsere Kunden sind vom Wattenmeer bis in den Süden Belgiens verteilt.
Roel van Gils: Also die gesamte Benelux-Region?
Richard Hagen Versteeg: Die gesamte Benelux-Region, ja.
[00:53] Die Entstehung von Element Logic
Roel van Gils: Werfen wir doch einmal einen Blick auf Element Logic. Das Unternehmen gibt es, wenn ich mich recht erinnere, bereits seit 1985.
Richard Hagen Versteeg: Ja, das stimmt. Element Logic wurde 1985 gegründet. Das Unternehmen beschäftigte sich mit Software für Lager, die noch nicht besonders fortschrittlich war. Und zu Beginn dieses Jahrhunderts, etwa 2002, 2003, kamen die Gründer – es handelt sich ursprünglich um ein norwegisches Unternehmen – mit den Erfindern und Gründern von AutoStore in Kontakt. Was wir heute als AutoStore kennen, ist ein robotergestütztes Lagersystem. Und wir haben damit angefangen, die dazugehörige Software zu entwickeln, die Installation durchzuführen, das Projektmanagement zu übernehmen und auch als Vertriebskanal für den Verkauf zu fungieren. So hat das vor knapp 25 Jahren angefangen. Zunächst in Norwegen, dann etwas umfassender in Skandinavien. Und anschließend hat sich das weltweit verbreitet.
[01:41] Niederlassung in den Benelux-Ländern
Roel van Gils: Und seit wann gibt es eine feste Niederlassung in den Benelux-Ländern?
Richard Hagen Versteeg: Die Niederlassung in den Benelux-Ländern wurde vor etwa sechs Jahren gegründet. Man stellte eine steigende Marktnachfrage fest. Und ausgehend von dieser Strategie haben wir damals – ich war damals noch nicht daran beteiligt – beschlossen, von Norwegen aus auch Niederlassungen in Europa zu eröffnen.
Roel van Gils: Und das nicht ohne Erfolg, wie ich gehört habe? Denn ihr seid auch in den letzten Jahren erheblich gewachsen, oder?
Richard Hagen Versteeg: In der Tat sind wir deutlich gewachsen. Wir haben derzeit mehr als 30 Anlagen in den Benelux-Ländern. Und dabei spreche ich von echten Anlagen, bei denen ein AutoStore die zentrale Lösung darstellt. Dazu gehört die gesamte damit verbundene Technologie in den Bereichen Fördertechnik, Verpackungsmaschinen und andere Robotikanwendungen. Und natürlich eine übergreifende Software.
[02:24] Position als AutoStore-Vertriebspartner
Roel van Gils: Denn du hast doch gesagt, dass es sich dabei auch um einen der weltweit größten Vertreiber von AutoStore-Systemen handelt?
Richard Hagen Versteeg: Wir sind einer der größten Vertriebspartner von AutoStore weltweit. Weltweit gibt es, glaube ich, etwa zehn davon. Ich denke, dass wir hier auf dem Benelux-Markt eine bedeutende Marktposition einnehmen. Und weltweit ebenfalls.
Roel van Gils: Woran liegt es, dass ihr gerade dort eine so dominante Stellung einnehmt?
Richard Hagen Versteeg: Auf jeden Fall der Ursprung. Wir waren die Ersten. Wir haben damit, wie gesagt, etwa 2003 begonnen. Wir waren die Ersten. Weltweit verfügen wir über die mit Abstand größte Anlage, die es gibt, mit mehr als einer Million Behältern darin. Aber ich denke, der Mehrwert liegt vor allem nicht nur in solchen praktischen Aspekten, sondern richtet sich eigentlich ganz konkret auf die Frage: Was sind nun eigentlich die tatsächlichen Prozesse des Kunden und wie wird er seinen Betrieb zukunftssicher gestalten? Und das bedeutet mehr, als nur ein AutoStore vorzuschlagen. Es geht vielmehr darum, das Gesamtkonzept zu betrachten. Wie kann ein Kunde in den kommenden 5 oder 15 Jahren innerhalb der Grenzen seiner derzeitigen Räumlichkeiten oder eventuell in einem Neubau wachsen? Und wie können wir dann verschiedene Automatisierungskonzepte darauf anwenden?
[03:26] Zielgruppe für die Automatisierung
Roel van Gils: Ja, darauf kommen wir vielleicht später noch einmal zurück, in der Tat. Also auf eure Rolle als Systemintegrator. Du hast den Kunden erwähnt – das ist natürlich ein sehr breites Spektrum. Von Online-Shops bis hin zu großen Anbietern wie bol.com. Worauf konzentriert ihr euch?
Richard Hagen Versteeg: Wir konzentrieren uns eigentlich auf das mittlere und das obere Segment. Unsere Kunden sind also sehr große, weltweit tätige Akteure auf dem 3PL-Markt. Aber auch einfach große Unternehmen aus den Bereichen Mode, Ersatzteile und Automobilindustrie. Also alle möglichen Unternehmen dieser Größenordnung, bei denen Automatisierung ins Spiel kommt. Die Schwelle für den Einstieg in die Automatisierung ist in den letzten Jahren deutlich gesunken. Sie ist für alle möglichen Unternehmen erreichbar. Auch für Unternehmen, die sich vielleicht selbst noch nicht als besonders groß einschätzen, die aber mit bestimmten Investitionen bereits in der Lage sind, wirklich vollständig zu automatisieren.
[04:19] Automatisierung wird zugänglicher
Roel van Gils: Denn worin liegt der Grund dafür? Wurden die Kosten gesenkt?
Richard Hagen Versteeg: Nun ja, schon. Technologie ist etwas mehr zum Mainstream geworden. Sie ist auch für mittelständische Unternehmen erschwinglich. Das sieht man ebenfalls, aber es ist auch die Notwendigkeit zu wachsen. Die Niederlande sind natürlich ein echtes Vertriebsland, ein logistischer Knotenpunkt in Europa und vielleicht sogar weltweit. Und wir haben mit Platzmangel zu kämpfen, also müssen wir in die Höhe gehen. Nun, dann kommt man schnell auf solche Lösungen. Und ja, das muss man auch, denn sonst kann man als Unternehmen in den nächsten 5, 10 oder 15 Jahren wahrscheinlich nicht nachhaltig wachsen.
[04:54] Wann Automatisierung interessant wird
Roel van Gils: Um ein Beispiel zu nennen: Ab welchem Umsatz oder welchem Volumen wird es interessant? Kannst du das mit Zahlen untermauern?
Richard Hagen Versteeg: Ob man Autos oder Zuckerkörner verkauft, macht einen großen Unterschied. Aber wenn man, sagen wir mal, bereits ab 500 oder 1.000 Bestellungen pro Tag ausliefern muss, dann kann man schon darüber nachdenken, in solche Lösungen zu investieren und entsprechende Schritte zur Automatisierung zu unternehmen.
Roel van Gils: Das mag zwar eine Binsenweisheit sein, aber was sind dann die wichtigsten Vorteile, die ein solcher Unternehmer daraus zieht?
Richard Hagen Versteeg: Der Unternehmer profitiert in der Tat von vielen Vorteilen. Wir lagern die Waren in Behältern, in Totes, in Bins – wie auch immer man sie nennen mag. Dadurch wird der Lagerbestand stark komprimiert. Früher war die Idee: Wir wechseln von einem Lager, in dem eigentlich vor allem Waren mit viel Luft lagern, zu einem anderen Lager. Also verdichten wir ihn. Diese Behälter werden übereinander gestapelt, bis zu 16 Stück, wenn man will. So gewinnt man sehr viel Platz. Man muss nicht mehr so viele Meter zurücklegen – bis zu 5, 10 oder 15 Kilometer pro Tag –, um Waren zu kommissionieren. Deine Mitarbeiter können also einfach an ihrem Platz bleiben. Und sie können Waren sehr effizient kommissionieren. Es besteht nicht die Gefahr, dass sie falsche Artikel nehmen. Denn der richtige Artikel wird ihnen präsentiert. Das läuft also effizienter.
Roel van Gils: Auch die Fehlerquote sinkt.
Richard Hagen Versteeg: Die Fehlerquote sinkt enorm. Die Produktivität steigt enorm. Ja, und das sind natürlich alles sehr attraktive Aspekte, wenn man die Logistik weiter automatisieren möchte.
[06:19] Den Raum optimal nutzen
Roel van Gils: Und man kann auch in die Höhe fahren?
Richard Hagen Versteeg: Ja, man kann sie tatsächlich auch in die Höhe stapeln. Die Behälter werden also übereinander gestapelt. Die Behälter stehen eigentlich … Es handelt sich um ein AutoStore-System. Das ist im Grunde der Kern einer unserer Lösungen. Um dieses System herum setzen wir verschiedene andere Formen der Robotik ein. Übereinander gestapelt. Um sie herum wird ein Gittergerüst errichtet. Diese Behälter lassen sich bis zu gut sechs Meter hoch stapeln. Damit lässt sich der Lagerraum also sehr effizient nutzen.
Roel van Gils: Und AutoStore eignet sich auch hervorragend für Bestandsgebäude, nicht wahr?
Richard Hagen Versteeg: Ja, eine AutoStore-Lösung lässt sich eigentlich ganz nach den eigenen Wünschen konfigurieren. Man kann also um Ecken herum konfigurieren, um Pfosten und Säulen herum. Man passt das System also an die Gegebenheiten an. Es eignet sich also für bestehende Gebäude, selbst wenn diese älter sind. Und natürlich kann man damit auch für Neubauten sehr effiziente Konzepte entwickeln und eine optimale Raumnutzung gewährleisten.
Roel van Gils: Warum trifft das gerade auf den niederländischen Markt zu? Bietet das so viel Potenzial?
Richard Hagen Versteeg: Die Niederlande sind ein kleines Land und sehr dicht besiedelt. Wir haben also wenig Platz. Und eine der wenigen Möglichkeiten, den verfügbaren Raum dennoch effizienter zu nutzen, besteht darin, in die Luft zu gehen. Und genau das beobachten wir derzeit.
[07:23] Von AutoStore zum Systemintegrator
Roel van Gils: Die Leute kennen Sie vor allem wegen der AutoStore-Lösungen. Aber Sie haben es ja schon zu Beginn angedeutet: Sie machen viel mehr als das.
Richard Hagen Versteeg: Ja, Element Logic hat sich ursprünglich vor allem auf AutoStore-Lösungen konzentriert. Inzwischen haben wir uns jedoch zu einem mittelgroßen bis großen Systemintegrator weiterentwickelt. Wir entwickeln also Konzepte, bei denen sehr oft das AutoStore-System im Mittelpunkt steht. Um dieses herum kommen jedoch alle möglichen Technologien und Lösungen zum Einsatz, um ein Gesamtkonzept zu liefern. Dazu gehören Kartonaufrichtmaschinen, Kartonverschließmaschinen, Roboter-Kommissionierarme und AMRs, um Kartons von A nach B zu transportieren. Und natürlich jede Menge Fördertechnik, also Förderbänder, um Waren von A nach B zu transportieren.
Roel van Gils: Ihr seid also eigentlich ein Systemintegrator?
Richard Hagen Versteeg: Wir sind ein Systemintegrator.
[08:14] Konzepte für den Kunden
Roel van Gils: Und wie stellt man fest, welche Kombination zu einem Kunden passt?
Richard Hagen Versteeg: Ja, man schaut sich das eigentlich an. Dann übernehmen wir eher die Rolle einer Art Beratungsunternehmen. Und wir sind zwar kein Beratungsunternehmen, aber wir sind ein Unternehmen mit Beratern. Wir denken also mit: Was sind die Konzepte, Probleme und Herausforderungen, vor denen der Kunde jetzt und in den kommenden Jahren steht? Und wie können wir dafür eine nachhaltige Lösung entwickeln? Dabei kommen alle möglichen Technologien ins Spiel. Und in der einen Situation sind andere Lösungen notwendig und relevant als in anderen Situationen. Und das entwickeln wir eigentlich einfach am Reißbrett. Gemeinsam mit dem Kunden, gemeinsam mit seinen Prozessen, gemeinsam mit seinen Mitarbeitern, seinen Menschen. Denn sie stehen im Mittelpunkt. Schließlich müssen sie die Arbeit noch erledigen.
[08:55] Entwurf und Umsetzung
Roel van Gils: Und entwerft ihr dann auch das Design?
Richard Hagen Versteeg: Wir erstellen den Entwurf komplett selbst. Und das geht auch ziemlich schnell. Es werden alle möglichen 3D-ähnlichen Darstellungen erstellt. Das macht es für potenzielle Kunden und Geschäftspartner sehr anschaulich. Sie sehen buchstäblich, wie es in ihrem Lager in acht bis 18 Monaten oder so aussehen wird. Und dieses Konzept können sie dann genehmigen. Anschließend sorgen wir dafür, dass alle Unterlieferanten und alle Anbieter von Teiltechnologien eingebunden werden. Dabei tragen wir als Systemintegrator die Gesamtverantwortung.
Roel van Gils: Na ja, aber dann sitzt man ja schon fast im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Stuhl eines Logistikberaters.
Richard Hagen Versteeg: Eine Art Berater. Wir sind auch eine Art Berater. Wir sind keine Berater im Sinne der großen Beratungsunternehmen, die alles von Grund auf neu aufbauen. Aber wenn wir irgendwo ein Lager sehen, das eine logistische Herausforderung darstellt, dann gehen wir sehr weit, um dafür wirklich gute Lösungen zu entwickeln.
[09:53] Kundendienst nach der Übergabe
Roel van Gils: Ja, und das hört auch nach der Übergabe nicht auf, denn soweit ich weiß, verfügt ihr auch über eigene Monteure und einen eigenen Kundendienst.
Richard Hagen Versteeg: Das stimmt. Wir haben einfach unsere eigenen Mitarbeiter im Einsatz, die im Falle von Störungen oder geplanten Wartungsarbeiten innerhalb weniger Stunden vor Ort sein können. Im Notfall natürlich sehr schnell. Ja, es sind unsere eigenen Mitarbeiter. Diese sprechen auch die Sprache unserer Kunden – im wahrsten Sinne des Wortes. Also auch in Belgien. Und das tun wir natürlich weltweit. Das vermittelt den Menschen zudem ein vertrautes Gesicht. Sollte also etwas schiefgehen, sind wir vor Ort. Wir sind natürlich rund um die Uhr erreichbar. Aber auch unsere Mitarbeiter sind erreichbar, und sie sind genau dort, wo sie gebraucht werden, wenn es darauf ankommt.
[10:36] Auslöser für die Automatisierung
Roel van Gils: Wann sollte man eigentlich mit der Automatisierung beginnen? Was ist der Auslöser, der einen dazu bringt zu sagen: „Hey, ich melde mich mal bei Element Logic?“
Richard Hagen Versteeg: Zu den Auslösern gehören natürlich mehrere Faktoren. Das kann zum Beispiel Platzmangel sein. Es kann sein, dass man die Mengen nicht mehr innerhalb der vorgegebenen Zeitrahmen bewältigen kann. Das kann der Fall sein, wenn die Anzahl der Artikel zu groß wird oder der Lagerbestand zu groß wird. Dann muss man automatisieren. Wenn man ein bestimmtes Niveau erreicht hat, muss man automatisieren, denn mit Personal lässt es sich nicht mehr innerhalb der vorgegebenen Zeit bewältigen. Oder innerhalb der aktuellen Kapazität des Lagers. Dann muss man automatisieren.
[11:13] Zunehmende Notwendigkeit der Automatisierung
Roel van Gils: Und welche Anzeichen fallen dir bei solchen Unternehmen auf?
Richard Hagen Versteeg: Wir sehen Anzeichen dafür, dass Automatisierung erschwinglich geworden ist. Und zwar für sehr viele Unternehmen. Nicht nur für die großen, landesweit oder weltweit tätigen Akteure, sondern auch für eine enorme Anzahl von Unternehmen, deren Namen uns heute vielleicht noch nicht allen sofort ein Begriff sind, die aber sehr große Auftragsvolumina haben. Es hat auch einen Wandel vom stationären Handel hin zum E-Commerce gegeben. Außerdem sieht man natürlich in der B2B-Welt, der Business-to-Business-Welt, dass alles nur noch online versendet wird. Nun, diese Volumina sind so groß geworden, dass all diese Transport- und Kurierunternehmen sowie Logistikdienstleister das kaum noch bewältigen können. Dann muss man also automatisieren. Denn um ein Päckchen am nächsten Tag in deinem Briefkasten zu haben – was wir uns alle so sehr wünschen –, muss es tatsächlich um zehn oder elf Uhr abends oder um ein oder zwei Uhr nachts an die Transportunternehmen übergeben werden, damit es rechtzeitig beim Kunden ankommt.
[12:13] Rechtzeitig mit der Automatisierung beginnen
Roel van Gils: Ja, wenn man erst an diesem Punkt angelangt ist, ist es natürlich eigentlich schon zu spät, über Automatisierung nachzudenken.
Richard Hagen Versteeg: Nun, oft sieht man, dass das in Richtung Hochsaison geht, die in unserer Region für die meisten Unternehmen traditionell etwa Mitte Oktober beginnt. Das steht kurz bevor. Ja, das hängt ganz davon ab, was man macht. Wenn man Klimaanlagen verkauft, dann nicht. Oder Motorradteile. Aber traditionell gesehen beginnt das für viele Branchen irgendwann im Oktober. Und da sieht man, dass Unternehmen oft an die Grenzen ihres Wachstums stoßen. Und dass sie beispielsweise die Lieferung am nächsten oder am übernächsten Tag nicht mehr garantieren können. Und deshalb sieht man gegen Ende des Jahres auch eine steigende Nachfrage nach Automatisierung und Lösungen.
Roel van Gils: Aber gut, das steht dann am nächsten Tag natürlich nicht drin.
Richard Hagen Versteeg: Nein, natürlich nicht. Das ist also auch einfach ein Prozess, der zwischen sechs und 18 Monaten dauert. Ja, eineinhalb Jahre sind doch eine ganze Weile. Die Umsetzung ist kein Kinderspiel. Die Umsetzung ist körperliche Arbeit. Das lässt sich zwar in Monaten erledigen, aber dann reden wir doch schnell wieder von drei, vier oder sechs Monaten.
Roel van Gils: Ja, aber gut, dem geht ein Vorbereitungsprozess voraus.
Richard Hagen Versteeg: Ja, da steckt natürlich der gesamte Prozess der Beschaffung und Spezifikation sowie anschließend der Tests und der Installation dahinter. Das ist also ein langwieriger Prozess. Wie du schon sagst, dauert es von der ersten Idee bis zur … doch schnell etwa 18 Monate.
Roel van Gils: Also in diesem Sinne rechtzeitig handeln.
Richard Hagen Versteeg: Rechtzeitig handeln, ja.
[13:36] Element Logic auf der Logistica
Roel van Gils: Dann lassen Sie uns noch kurz über die Logistica sprechen. Dort sind Sie dieses Jahr auch vertreten. Die Messe. Wie ich gehört habe, legen Sie sich dort mächtig ins Zeug.
Richard Hagen Versteeg: Das ist in der Tat, was wir vorhaben. Die Logistica ist natürlich eine wichtige Veranstaltung für den niederländischen und den Benelux-Markt. Ein bisschen Großbritannien und ein bisschen England. Und auch aus Deutschland kommen oft noch einige Besucher. Für uns ist es also eine wichtige Veranstaltung. Wir werden dort richtig groß auftrumpfen. Wir haben eine fantastische interaktive 3D-Videowand, bei der die Besucher tatsächlich einen Einblick in die Welt der Robotik erleben können. Digital. Ja, komplett digital.
Roel van Gils: Ihr bringt also keine Maschinen mit?
Richard Hagen Versteeg: Nein, wir stellen zwar einen Roboter auf. Aber an sich ist der Roboter ja bereits bekannt. Es geht also eher um das Erlebnis und um den konzeptionellen Ansatz. Wo wir stehen und in welche Richtung sich die Entwicklungen in der Welt der Lagerautomatisierung bewegen.
[14:30] Erlebnis am Messestand
Roel van Gils: Und was ist der Gedanke hinter dieser spektakulären Präsentation?
Richard Hagen Versteeg: Ja, die Messe findet in den beiden Hallen der Jaarbeurs statt. Traditionell befinden sich Aussteller wie wir in der hinteren Halle. Dorthin muss man die Leute locken. Man will Aufmerksamkeit erregen. Man möchte sicherstellen, dass sie mit einem ins Gespräch kommen. Dass sie sich ansehen, wer man ist. Welche Lösungen man anbietet. Über welche Technologie man verfügt. Sie wollen einem in die Augen schauen. Denn sie wollen sehen, in wen sie investieren werden. Was sind das für Unternehmen? Was für Menschen arbeiten in dieser Organisation? Ja, das können wir aufschreiben. Aber die persönliche Interaktion ist wirklich sehr wichtig. Und auch für mich, natürlich, in meiner Rolle, ist das natürlich sehr wichtig. Und das werden wir suchen und finden – das ist meine Erfahrung bei Logistica.
[15:23] Zielgruppe und Fachleute am Stand
Roel van Gils: Denn auch dort liegt der Fokus dann auf dieser bestimmten Zielgruppe?
Richard Hagen Versteeg: Ja, der Schwerpunkt liegt dann auf dem … Lagerbetrieb und der Bearbeitung sehr vieler Bestellungen auf Tages- oder Wochenbasis, die innerhalb Europas oder weltweit versendet werden müssen. Das ist auch möglich, je nachdem, in welcher Nische sie tätig sind. Und diese Akteure treffen sich dort auch, um sich bei Element Logic, aber natürlich auch bei unseren Kollegen, über den aktuellen Stand der Technik zu informieren.
Roel van Gils: Was können die Besucher an eurem Stand noch erwarten?
Richard Hagen Versteeg: Frischer Kaffee. Und Tee. Nein, wir sind dort mit einem Team aus echten Spezialisten vertreten. Also echte Logistikexperten oder Datenanalysten – die stehen uns oft zur Verfügung. So können die Leute bereits inhaltlich Gespräche darüber führen, inwieweit sich ihr Betrieb für eine Automatisierung eignet. So wie wir es tun und viele andere mit uns. Es handelt sich also nicht nur um eine reine Verkaufssache, die wir dort präsentieren. Wir verfügen über Fachleute, die sich Ihre Betriebsabläufe wirklich genau ansehen. Das scheint mir also der Fall zu sein.
[16:33] Erster Einblick in die Automatisierungsmöglichkeiten
Roel van Gils: Und schon bekommen sie eine Vorstellung davon, was möglich ist.
Richard Hagen Versteeg: Wenn potenzielle Geschäftspartner einige grundlegende Informationen darüber kennen, besitzen oder mitbringen, wie die Volumenströme aufgebaut sind, wie die Prozesse in etwa ablaufen und wie meine Auftragsregeln und Profile gestaltet sind, dann können wir eigentlich schon sehr schnell auf der Grundlage unseres umfangreichen Wissens und unserer Erfahrung einfach sagen: Nun, dann könnten Lösungen in dieser Weise konzeptionell ausgearbeitet werden. In welche Richtung es gehen könnte.
[17:07] Dark Warehousing
Roel van Gils: Nun, das ist natürlich toll. In welche Richtung wird es gehen, wenn wir zehn, vielleicht aber auch nur fünf Jahre in die Zukunft blicken – wie wird ein Lager dann deiner Meinung nach aussehen?
Richard Hagen Versteeg: Ja, darüber gehen die Meinungen ziemlich auseinander. Ich glaube, die Entwicklung geht in die Richtung dessen, was ich selbst und andere als „Dark Warehousing“ bezeichnen. Letztendlich wird also alles in den Unternehmen automatisiert werden, und „dark“ bedeutet, dass niemand mehr da ist, keine menschliche Interaktion stattfindet, keine Menschen anwesend sind, sodass wir das Licht ausschalten können – daher kommt der Begriff „dark“. Den Einfluss von KI, Robotik und Rechenleistung lässt sich immer besser organisieren. So können wir die Waren automatisiert aus LKWs entladen und sie automatisiert einlagern. Die Kommissionierung können wir in den kommenden 5 bis 10 Jahren durch Roboterarme – die sechsachsigen Roboterarme – noch weiter automatisieren. Und damit lassen sich die Waren auch ganz einfach automatisch verpacken. Technologien, die auf dem Markt verfügbar sind, ermöglichen die Vorbereitung für den Transport sowie das erneute Verladen. Letztendlich wird es also ein Vorgang sein, bei dem die menschliche Tätigkeit auf ein Minimum reduziert wird und wir hoffentlich das Licht ausschalten können.
[18:18] Das Lager als automatisiertes Ganzes
Roel van Gils: Das Lager wird also in diesem Sinne zu einem einzigen großen Roboter?
Richard Hagen Versteeg: Ja, das Lager wird durch den Einsatz verschiedener Robotertechnologien vollständig automatisiert, die zusammen eigentlich ein automatisiertes Ganzes bilden.
Roel van Gils: Ja, welche Rolle spielt der Mensch dann noch?
Richard Hagen Versteeg: Eine Überwachungsfunktion, eine Kontrollfunktion. Aber es ist nicht so, dass wir letztendlich Menschen brauchen, um Waren wieder in die Schachtel zu packen. Denn das können wir den Systemen überlassen. Dafür brauchen wir keine Menschen. Und diese Menschen werden auf dem niederländischen und belgischen Markt auch immer knapper. Das zu automatisieren, halte ich daher für eine gute Sache.
[19:00] Wie nah sind wir an der vollständigen Automatisierung?
Roel van Gils: Aber glaubst du, dass wir in fünf Jahren schon so weit sein werden?
Richard Hagen Versteeg: Ja, wir sind schon fast so weit. Es gibt bereits sehr viele Operationen, bei denen fast keine menschlichen Hände mehr zum Einsatz kommen.
Roel van Gils: Auch in den Niederlanden?
Richard Hagen Versteeg: Auch in den Benelux-Ländern. Und das funktioniert vor allem, wenn man einen relativ homogenen Betrieb mit ähnlichen Produkten und ähnlichen Prozessen hat. Dort sieht man bereits, dass man in der Lage ist, bis fast 100% zu automatisieren. Das wird in den kommenden Jahren natürlich noch viel weiter zunehmen. Aber wir sehen, dass dieser Weg eingeschlagen wurde. Das ist bereits vor fast zehn Jahren geschehen.
[19:35] KI und selbstlernende Systeme
Roel van Gils: Und welche Entwicklungen findest du dabei am interessantesten?
Richard Hagen Versteeg: Der Einfluss verschiedener KI-Technologien, also der künstlichen Intelligenz, spielt eine außerordentlich wichtige Rolle. Dadurch sind wir zunehmend in der Lage, Systeme zu entwickeln, die selbstlernend sind und sich selbst verbessern können.
Roel van Gils: Kannst du dazu ein konkretes Beispiel nennen?
Richard Hagen Versteeg: Wie man sieht, besteht gerade im Bereich der Roboter-Kommissionierarme die große Herausforderung darin: Wenn man lauter identische Schachteln mit den Maßen 10 mal 10 mal 10 Zentimeter hat, in denen jeweils ein Rubik-Würfel steckt, lassen sich diese ganz einfach automatisiert kommissionieren. Hast du einen recht vielfältigen Warenfluss? Dann brauchst du eine Technologie, die sich an den Warenfluss anpasst. Wie können sie die richtigen Waren zum richtigen Zeitpunkt in die richtige Schachtel packen? Und dabei spielt die künstliche Intelligenz eine außerordentlich große Rolle.
[20:27] Zusammenarbeit mit Technologiepartnern
Roel van Gils: Und in einem solchen „Dark Warehouse“ könnt ihr das komplett selbst als Element Logic aufbauen? Oder seid ihr dann auch abhängig von…
Richard Hagen Versteeg: Nun, das geschieht ausschließlich über verschiedene Subunternehmer. Als Systemintegrator verfügt man also über eine gewisse Basistechnologie. Alle anderen technologischen Entwicklungen und Technologien werden zugekauft. Und es ist unsere Aufgabe, alles mithilfe von Software miteinander zu verbinden, damit ein effizienter Ablauf entsteht. Als Element Logic sind wir also selbst in der Lage, alles zu organisieren, zu konzipieren, konzeptionell auszuarbeiten und auch tatsächlich umzusetzen. Dazu benötigen wir natürlich sehr viele Partner, die die einzelnen Teiltechnologien bereitstellen. Aber als Unternehmen sind wir dazu zunehmend in der Lage.
[21:13] Automatisierung für mittelständische Unternehmen
Roel van Gils: Man muss also eigentlich kein bol.com oder ein großes Unternehmen sein, um über Automatisierung nachzudenken.
Richard Hagen Versteeg: Nein, natürlich sind Unternehmen wie bol.com interessant. Aber es gibt auch Unternehmen, die bereits mit begrenzten Investitionen einen sehr großen Teil ihrer Abläufe automatisieren können. Im Bereich der fortschrittlichen Integrationssoftware können sie diesen Schritt bereits gehen. Und dann spricht man von Investitionen in Höhe von einigen Millionen, womit das bereits realisierbar ist.
[21:51] Wachstum bedeutet Automatisierung
Roel van Gils: Was muss dieser Unternehmer dann morgen anders angehen? Wie kann man ihn davon überzeugen?
Richard Hagen Versteeg: Der Unternehmer muss sich überlegen, wohin er will und wo er Wachstumschancen sieht. Und wenn er erkennt, dass Wachstum möglich ist, muss er mit der Automatisierung beginnen. Denn er kann nicht alles weiterhin manuell mit seinen Mitarbeitern erledigen. Menschen werden krank, Menschen sind abwesend, Menschen stehen einfach nicht zur Verfügung. Dann muss man automatisieren. Und wenn dieser Unternehmer einen soliden Geschäftsplan hat und glaubt, dass er in den kommenden Jahren in seinem derzeitigen Umfeld, an seinem derzeitigen Standort oder eventuell in neu zu erwerbenden Lagerhallen wachsen möchte, dann muss er automatisieren.
[22:28] Kontakt und Logistica
Roel van Gils: Und dann kannst du dich an … wenden.
Richard Hagen Versteeg: Dann können Sie unter anderem Richard Hagen Versteeg bei Element Logic anrufen.
Roel van Gils: Oder natürlich die Logistica besuchen.
Richard Hagen Versteeg: Wir sind in Halle 2 gut sichtbar vertreten.
Roel van Gils: Vom 2. bis einschließlich 5. November, Jaarbeurs Utrecht.
Richard Hagen Versteeg: Jaarbeurs Utrecht, vom 2. bis einschließlich 5. November. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.
[22:49] Interaktive Videowand
Roel van Gils: Zum Schluss noch eine Exklusivmeldung.
Richard Hagen Versteeg: Nun, wir haben also eine wunderschöne Videowand, die sehr interaktiv ist. Dabei hat man tatsächlich das Gefühl, als würde man selbst von einem Roboterarm emporgehoben. Das ist schon aufregend, so etwas kommt nicht oft vor. Aber wir finden es ziemlich originell, den Menschen eine solche Erfahrung zu bieten.
[23:09] Schließen
Roel van Gils: Na so was. Richard, vielen Dank bis hierhin. Und liebe Zuhörer, vielleicht sehen wir uns auf der Messe.
Richard Hagen Versteeg: Vielen Dank, Roel. Danke schön.



