Schreiben Sie nicht einfach jede Anlage ab, die in die Jahre gekommen ist. Die klügste Investition in die Automatisierung steckt oft in dem, was bereits vorhanden ist.
Die Logistikbranche ist ein attraktives, aber anspruchsvolles Geschäftsfeld. Die Branche befindet sich im Spannungsfeld zwischen geopolitischer Unsicherheit und dem unstillbaren Hunger nach mehr logistischer Leistungsfähigkeit. Dies führt zu einem nichtlinearen Wachstumsmuster, doch der langfristige Fokus liegt unbestreitbar auf Wachstum: steigende Volumina, zunehmende Komplexität und Kunden, die immer anspruchsvoller werden.
Eine Erweiterung scheint die logische Wahl zu sein, ist aber keine leichte Aufgabe. Platz ist knapp, Genehmigungen sind, wenn möglich, noch knapper, Netzengpässe sind eine harte Realität, und die richtigen Mitarbeiter für Ihr Lager findet man auch nicht einfach so.
Und dann kommt in vielen Lagern und Distributionszentren noch eine weitere Herausforderung hinzu: Anlagen, die seit Jahren treue Dienste leisten, machen Probleme, die Ersatzteile sind nicht mehr vorrätig oder erhältlich, und Ihr Lieferant bietet schon lange keinen Support mehr für die Software an.
Viele Logistikunternehmer sehen nur einen Ausweg: alles ausräumen und von vorne anfangen. Das ist verständlich. Aber es ist nicht immer die sinnvollste Entscheidung. Es erfordert große Investitionen, viel Zeit und einen hohen organisatorischen Aufwand. Die Auswirkungen auf den Betrieb sind erheblich, und Stillstand kostet eine Menge Geld.
Für viele Unternehmen gibt es eine bessere Option: eine Nachrüstung. Dabei wird alles, was wertvoll ist, erhalten und verbessert, und wo nötig, wird noch einen Schritt weiter gegangen. Die überwiegende Mehrheit unserer Kunden kann ihre bestehenden Automatisierungssysteme noch viele Jahre lang weiter nutzen, was oft zu erheblichen Kapazitätsgewinnen, höherer Zuverlässigkeit und gesteigerter Effizienz führt.
Eine gezielte Nachrüstung kann viele Formen annehmen: von rein technischen Maßnahmen wie neuen Motoren, Sensoren, SPS, Sicherheitskomponenten, Software oder Schnittstellen bis hin zu eher funktionalen Maßnahmen mit zusätzlichen Förderbändern, einem anderen Ansatz für Ersatzteile oder sogar einer Anpassung des Arbeitsablaufs durch einen neu gestalteten Verpackungs- und Kommissionierbereich. Manchmal reicht schon ein Bereich, eine kritische Linie, um den entscheidenden Unterschied zu machen.
Dabei sollten Sie besser nicht von der Frage ausgehen: Was können wir alles ersetzen? Besser ist: Was hat noch einen Wert, wo liegt das Risiko und welche Maßnahme hebt unser System wirklich auf ein höheres Niveau?
Die Antwort auf diese Fragen finden Sie nicht nur in einem Besprechungsraum. Sie müssen sie auch den Menschen stellen, die täglich mit der Anlage arbeiten.
Sprechen Sie auch mit den Mitarbeitern, die für die Wartung der Anlage zuständig sind. Das liefert immer zusätzliche Erkenntnisse. So decken unsere Serviceeinsätze Muster auf, und durch vorbeugende Wartung machen wir Verschleißerscheinungen sichtbar.
All das hat nichts mit Romantik rund um alte Anlagen zu tun. Eine Nachrüstung mag vielleicht weniger spektakulär wirken als eine Komplettneuanlage, aber da sie die Lebensdauer Ihrer bestehenden Anlagen verlängert, ist sie finanziell oft umso lohnender.
Sven Laureys
Leiter Solutions Engineering bei E’Log Automation