Auf dem Weg zu ‘Null Zwischenfällen’
Ein durchgeschnittener Gurt, ein abgeklebter Bluespot oder eine Rolle Klebeband unter dem Notausschalter. Dies sind Beispiele aus der Praxis, die zeigen, wie schnell die Sicherheit in der Logistik unter Druck gerät, wenn Routine, Arbeitsdruck und Gewöhnung die Oberhand gewinnen. Diese Beispiele zeigen auch, wie wichtig eine korrekte BMWT-Kontrolle ist. Die BMWT-geschulten Mechaniker von Motrac erkennen diese Signale sofort und sorgen dafür, dass die Maschinen wieder sicher und zuverlässig eingesetzt werden können. Und mit solchen Beobachtungen beginnt sofort das Gespräch über sichere Arbeitsweisen. Denn mit der Inspektion allein ist es nicht getan: “Um Vorfälle zu verhindern, braucht es auch Einblicke in das Verhalten, gezielte Schulungen und Technik, die Risiken sichtbar macht und hilft, sie zu mindern”, erklären Mike Degeling (Key Account Manager Service) und Michael van Es (Operational Manager Service) von Motrac. “Und manchmal reicht es auch, den Mechanikern zu zeigen, wie teuer ihr ‘EffeLekkerDoorDeBocht.nl’ am Freitagnachmittag gewesen ist.”
BMWT, der Berufsverband der Importeure und Hersteller von Arbeitsmitteln, steht für ‘Sicheres Arbeiten mit sicheren und nachhaltigen Maschinen’ und will den Sektor dabei unterstützen. Sein Ziel ist es, Unternehmen dabei zu helfen, eine Situation zu erreichen, in der keine Unfälle auftreten. Bart van Ommeren, Programmleiter Sicherheit und Verarbeitung beim BMWT, erklärt: “Zunächst einmal muss die Maschine natürlich technisch sicher sein. Das heißt, sie muss den nach europäischen Normen festgelegten Maschinenrichtlinien entsprechen. Darüber hinaus sind eine regelmäßige Wartung und periodische Inspektionen wichtig. BMWT-Keur hilft, diese Sicherheit zu gewährleisten. Darüber hinaus muss die Person, die die Maschine bedient, ausreichend qualifiziert sein. Er muss eine Ausbildung, Schulung und Unterweisung erhalten haben. BMWT-Keur ist das Gütesiegel für eine zuverlässige Bedienerschulung von Arbeitsmitteln.”

Die Mechaniker von Motrac überprüfen jährlich mehr als zehntausend Stapler und Lagertechnikgeräte nach den Richtlinien des BMWT. Van Es: “Sicherheitssysteme werden von den Benutzern oft als lästig empfunden, was dazu führt, dass beispielsweise ein Gurt durchgeschnitten wird. Die Fahrer sind sich dann nicht bewusst, dass diese Sicherheitssysteme im Grunde für sie selbst da sind‘. Seiner Meinung nach spielen Erfahrung und Zeitdruck dabei eine große Rolle. ’Ich stelle oft fest, dass erfahrene Leute denken: Diese Funktion war noch nie dran, also muss man das jetzt nicht machen. Außerdem führt der hohe Arbeitsdruck dazu, dass die Fahrer so schnell wie möglich arbeiten wollen und hoffen, dass sie beim Anschnallen Zeit sparen.”

Fünfzig bis 60 Prozent der Unfälle werden durch unsicheres Verhalten verursacht. Degeling: “Ich führe die vierteljährlichen Gespräche bei unseren Kunden, in denen wir auch besprechen, welche unsicheren Situationen in den letzten drei Monaten aufgetreten sind. Um das Verhalten zu ändern, gehen wir in Absprache mit dem Kunden auf den Boden und erklären den Staplerfahrern, wie hoch die Kosten für den Schaden waren. Wenn der Fahrer erfährt, dass seine Kollision fast 40.000 Euro gekostet hat, wird ihm meist klar, dass ‘EffeLekkerDoorDeBocht.nl’ ein ziemlich teurer Scherz war. In den Betrieben macht das oft mehr Eindruck als die allgemeinen Unfallzahlen.”
Da Sicherheit eng mit sicherem Verhalten verbunden ist, bietet Motrac auch BMWT-zertifizierte Gabelstaplerschulungen an. Das BMWT-Train-Zertifikat erfüllt bestimmte Anforderungen der niederländischen Arbeitsschutzgesetzgebung für den Betrieb von Maschinen.

Die beiden Herren sind sich einig, dass Daten eine wichtige Grundlage für alles sind, was man im Bereich der Sicherheit tun kann. Degeling: “Auf diese Weise können Beinaheunfälle, Hotspots und wiederkehrende Vorfälle sichtbar gemacht werden und es entsteht ein klares Bild von risikoreichen Orten und Mustern. Wir zeigen dann auf, was die beste Lösung für diese Aspekte sein könnte. Das kann zum Beispiel die Anwendung einer Geschwindigkeitsreduzierung sein oder die Implementierung des Linde Safety Guard Systems. Im letzteren Fall warnt das im Stapler installierte Gerät den Fahrer und kann bei Bedarf sogar eingreifen.”
Van Es fasst zusammen: “Wir machen außerdem die Erfahrung, dass Gabelstaplerfahrer sich nicht immer frei fühlen, den Schaden ihrem Vorgesetzten zu melden. Das ist ein weiterer Grund, mit einer Technologie wie Linde Safety Guard zu arbeiten.”