Das Familienunternehmen aus der Region Kempen, das hinter Tec7 steht, stellt seine interne Logistik systematisch auf eine kreislaufwirtschaftliche Alternative um und ist damit der europäischen Verpackungsgesetzgebung um vier Jahre voraus.
Novatech International, das belgische Familienunternehmen hinter Marken wie Tec7 und Novatio, stellt für den internen Transport zwischen seinem Produktionsstandort in Olen und seinem Distributionszentrum in Herentals von Einweg-Stretchfolie auf ELVIS um, die wiederverwendbare Palettenfolie des in Gent ansässigen Unternehmens return2sender. Das Unternehmen hat 100 Wickelvorrichtungen angeschafft. Dabei handelt es sich nicht um ein Pilotprojekt, sondern um eine strukturelle Umstellung eines gesamten Logistikflusses. Damit ist Novatech eines der ersten etablierten Industrieunternehmen in Flandern, das wiederverwendbare Transportverpackungen standardmäßig einsetzt.

Stretchfolie ist seit Jahrzehnten der Standard zur Sicherung von Paletten. Doch diese Selbstverständlichkeit hat ihren Preis. Pro umwickelter Palette werden mehr als 2,5 Kilogramm CO₂ freigesetzt. In den Benelux-Ländern und Frankreich sind das jährlich mehr als 500 Millionen Kilogramm CO₂, allein durch das Umwickeln von Ladungen. Hinzu kommt das Abfallproblem: Die Folie wird nach einmaligem Gebrauch weggeworfen. Und ab 2030 verpflichtet die europäische Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (PPWR) Unternehmen dazu, wiederverwendbare Transportverpackungen einzusetzen. Wer jetzt noch abwartet, wartet eigentlich zu lange.
ELVIS ist eine wiederverwendbare Palettenumwicklung, die hunderte Male verwendet werden kann. Eine Person kann sie in weniger als einer Minute anbringen. Zwei Züge genügen, und die Ladung ist gesichert. Keine Umwickelmaschine erforderlich, kein Stromkabel, keine Wartung. Die Umhüllung kann überall im Lager oder im Produktionsbereich über die Palette gehängt werden. Das Ergebnis: bis zu 95% weniger CO₂-Emissionen und Verpackungsabfall im Vergleich zu Stretchfolie.

Bei Novatech geht es konkret um die Paletten, die in Olen produziert und verpackt werden und anschließend zum Distributionszentrum in Herentals transportiert werden, wo sie mittels Stück- oder Kartonkommissionierung weiterverteilt werden. Bei 20 Paletten pro Woche auf einer kurzen Strecke zwischen zwei eigenen Standorten war die Einwegfolie schon seit längerem ein Problem – und genau diese Art von Materialfluss ist es, bei der ELVIS den Unterschied macht.
“Wir suchten nach einer Möglichkeit, das Einwickeln für unsere Mitarbeiter einfacher und ergonomischer zu gestalten. Dass dies zudem noch besser für die Umwelt ist, macht die Entscheidung naheliegend. Keine Wickelmaschine mehr, kein Folienabfall. Einfach die Folie über die Palette legen und fertig,” so Ben Vanden Berghen, Operations Director bei Novatech International.
Dieser Schritt ist Teil einer umfassenderen Nachhaltigkeitsstrategie. Novatech ist nach ISO 14001 zertifiziert und wurde von VOKA als „Nachhaltigkeits-Spitzenunternehmen“ in der Region Mechelen-Kempen ausgezeichnet.
“Als Unternehmen wollen wir konsequent sein. Wir investieren in nachhaltigere Produkte, in ISO-Zertifizierungen und in unsere Mitarbeiter. Da muss auch unsere Logistik mithalten. Dieser Schritt erspart uns jährlich 208 kg Plastikmüll in Form von Folienabfällen und bringt uns vier Jahre vor Ablauf der Frist der vollständigen PPWR-Konformität näher”,” sagt Ken Wright, Nachhaltigkeitsmanager bei Novatech International.
Novatech testete ELVIS zunächst in der Praxis. Als das Produkt hielt, was es versprach, folgte die Entscheidung, den gesamten Shuttle-Flow dauerhaft umzustellen. Kein unverbindliches Pilotprojekt, das in der Schublade landet, sondern eine bewusste betriebliche Entscheidung nach konkreter Validierung im Arbeitsalltag. Für ein Familienunternehmen mit 140 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 50 Millionen Euro ist das vielsagend. Und es bleibt nicht bei Olen-Herentals: Langfristig prüft Novatech auch den Vertriebsfluss in Richtung Dänemark.
“Wenn ein Unternehmen wie Novatech nicht erst testet, sondern direkt umstellt, zeigt das, dass wiederverwendbare Transportverpackungen für den Alltag bereit sind. Das ist genau die Art von Zusammenarbeit, die andere Unternehmen überzeugen kann,” sagt Willem Walravens, CEO und Mitbegründer von return2sender.