Träger der Kreislauflogistik als Antwort auf Effizienz und Nachhaltigkeit
Effizienter arbeiten, die Kosten unter Kontrolle halten und gleichzeitig nachhaltiger wirtschaften: Das sind keine separaten Ambitionen mehr, sondern harte Anforderungen in Lagern und Logistikumgebungen. Und bei dieser Optimierung, so Eddy van Sas, verantwortlich für den niederländischen Markt bei Gamma-Wopla und Smart-Flow, wird ein Element oft unterschätzt: der Logistikträger. Mit anderen Worten, die Kisten, Paletten und Behälter, in denen sich die Waren durch die Lieferkette bewegen.
“Effizienz und Nachhaltigkeit werden oft in Prozessen und Technologien gesucht, während ein wichtiger Teil des Gewinns in etwas sehr Grundlegendem liegt: wie ein Unternehmen seine Waren transportiert”, erklärt van Sas. “Genau hier machen wiederverwendbare, zirkuläre Allround-Lösungen wie unsere den Unterschied: Sie halten länger, reduzieren den Abfall und senken gleichzeitig die gesamten Logistikkosten.”

Laut van Sas ist eine der größten Verschiebungen auf dem Markt der Übergang von Einwegverpackungen zu wiederverwendbaren Systemen. Während Pappkartons oft nur einmal verwendet werden, haben Kunststoffkisten und -paletten eine viel längere Lebensdauer. “Eine Pappschachtel wird geöffnet, aufgeschnitten und weggeworfen. Das ist eine Umdrehung. Unsere Behälter reichen für Hunderte von Umläufen. Dann ändert sich die gesamte Kostenstruktur.”
Diese Verlagerung hat übrigens nicht nur Auswirkungen auf die Kosten, sondern auch auf die Abfallströme und die Organisation der Lieferkette. In geschlossenen Logistikketten - mit regelmäßigen Kunden und Rückflüssen - wird das Potenzial von wiederverwendbaren Trägern maximiert. “Die Kunden nehmen sie einfach bei der nächsten Lieferung wieder mit. Das macht das System sowohl zirkulär als auch praktisch.”

Effizienz liegt nicht nur in der Langlebigkeit, sondern auch im Transport. Dabei spielen faltbare Systeme wie Sleevepacks eine wichtige Rolle. “Leertransport ist oft pure Ineffizienz. Mit faltbaren Lösungen kann man bis zu 10-mal mehr Volumen auf demselben Raum transportieren.”
Dies führt direkt zu weniger Transportbewegungen, niedrigeren Kosten und einem geringeren CO2-Fußabdruck. “Sie sparen nicht nur bei der Logistik, sondern auch bei den CO2-Emissionen. Das stärkt Ihre Position als Unternehmen bei Ausschreibungen und Kundenanforderungen, die dies immer stärker betonen.”

Innerhalb der Produktpalette werden je nach Anwendung bewusst unterschiedliche Materialströme gewählt. Für den Lebensmittelbereich wird neues - oder ‘jungfräuliches’ - Material verwendet, um strenge Hygiene- und Zertifizierungsstandards zu erfüllen.
Gleichzeitig wird für andere Anwendungen ein Maximum an Rezyklat verwendet. “Zerbrochene Behälter nehmen wir zurück, zermahlen sie und bereiten sie wieder auf. So bleibt das Rohmaterial in der Kette.” Dieser duale Ansatz - lebensmittelecht, wo nötig, zirkulär, wo möglich - ist laut van Sas unerlässlich, um die unterschiedlichen Kundenanforderungen zu erfüllen.
Auffallend ist, wie stark die Produktentwicklung von den spezifischen Bedürfnissen der Branche bestimmt wird. “Für jede Branche gibt es heute eine maßgeschneiderte Kiste. Das reicht von den Abmessungen bis zur Tragfähigkeit und Funktionalität. Und das ist das Ergebnis unserer konzentrierten F&E-Abteilung und der engen Zusammenarbeit mit unseren Kunden.”
Daran knüpfen neue Entwicklungen nahtlos an. So hat das Unternehmen beispielsweise eine leichte Kunststoffalternative zur klassischen Europalette aus Holz entwickelt. “Holz hat Nachteile: Es wird nass, ist schwerer und kann schimmeln. Kunststoff bleibt stabil und ist hygienischer. Außerdem ist es besser für automatisierte Umgebungen geeignet.”
Auch innerhalb des bestehenden Sortiments werden Lücken geschlossen, zum Beispiel mit zwischenzeitlichen Variationen der Tragfähigkeit. “Nicht jede Anwendung erfordert eine schwere oder ultraleichte Lösung. Diese Nuance macht in der Praxis den Unterschied.”

Der Vormarsch der automatisierten Lager stellt zusätzliche Anforderungen an die Logistiker. Gamma-Wopla reagiert darauf mit spezifischen, für die Automatisierung geeigneten Behältern, zum Beispiel mit integrierter Scanfunktion. “Dennoch bleibt es ein komplexer Markt”, gibt van Sas zu bedenken. “Die Automatisierung erfordert große Investitionen und eine langfristige Planung. Viele Unternehmen befinden sich noch in einer Übergangsphase.”
Darüber hinaus werden Entscheidungen über die Automatisierung oft in einem frühen Stadium von Neubauprojekten getroffen. “Wenn man da nicht von Anfang an dabei ist, ist man oft zu spät dran. Deshalb positionieren wir uns bewusst als Partner, der frühzeitig mitdenkt, und nicht als reiner Lieferant.”

Im Gespräch mit van Sas wird deutlich, dass Logistikunternehmen viel mehr als nur eine Ware sind. Sie spielen eine strategische Rolle bei der Kostenkontrolle, der Nachhaltigkeit und der betrieblichen Effizienz. “Unsere Produkte mögen einfach erscheinen”, sagt er, “aber es steckt eine Menge Denken dahinter. Und genau darin liegt der Mehrwert: Lösungen zu entwickeln, die in der Praxis wirklich funktionieren.”
Mit einer Kombination aus zirkulären Materialien, durchdachter Produktentwicklung und einem Augenmerk auf die Optimierung der Logistik positioniert sich das Unternehmen als Partner bei der Bewältigung der allgemeinen Herausforderungen, denen sich Unternehmen heute in der Lieferkette stellen müssen. Oder wie Eddy van Sas es prägnant auf den Punkt bringt: “Wenn man es richtig macht, bleibt nichts am Bogen hängen.”