Der schwedische Einzelhändler Coop hat einen großen Schritt in Richtung Modernisierung seiner Lieferkette gemacht. In Eskilstuna, etwa 100 Kilometer westlich von Stockholm, hat das Unternehmen ein neues zentrales Distributionszentrum eröffnet, das mehr als 800 Filialen im ganzen Land beliefern wird. Die 77.000 Quadratmeter große Anlage vereint vollständige Automatisierung, nachhaltige Energie und ergonomische Arbeitsplätze in einem integrierten Konzept.
Das Projekt wurde von SSI SCHÄFER durchgeführt, das als Hauptauftragnehmer für die Planung, Lieferung, Implementierung, Softwareintegration und Wartung verantwortlich war. Der Automatisierungsgrad beträgt nicht weniger als 95 Prozent, womit Coop zu den technologisch fortschrittlichsten Einzelhändlern Europas zählt.
Während Coop früher mit zwei (teilweise manuellen) Terminals arbeitete, vereint das neue Distributionszentrum alle Aktivitäten unter einem Dach. Das Herzstück der Anlage ist die SSI Case Picking-Lösung, die den gesamten Materialfluss vom Wareneingang bis zum Versand automatisiert.
In Spitzenzeiten verarbeitet das System mehr als 600.000 Pakete pro Tag. Roboter übernehmen das Depalettieren homogener Paletten, bauen aber auch verkaufsfertige (gemischte) Paletten auf – bereit für die direkte Auslieferung an die Geschäfte.
“Durch die Zentralisierung und Automatisierung des Warenflusses für unsere haltbaren und frischen Produkte können wir unsere Kunden besser bedienen, unsere Abläufe optimieren, die Qualität steigern und unsere Nachhaltigkeit verbessern”, sagt Örjan Grandin, CEO von Coop Logistics AB und stellvertretender CEO von Coop Sverige AB.


Obwohl fast alle Logistikprozesse automatisiert sind, bleibt der Mensch in Eskilstuna ein wichtiger Faktor. Alle Arbeitsbereiche sind mit ergonomisch gestalteten Arbeitsplätzen ausgestattet, an denen die Mitarbeiter anspruchsvolle Aufgaben wie Qualitätskontrolle und Produktvalidierung ausführen. Das sorgt nicht nur für eine höhere Qualität, sondern auch für mehr Vielfalt am Arbeitsplatz.
“In unseren früheren Lagern waren nur 5 Prozent der Mitarbeiter Frauen. Heute sind es etwa 40 Prozent”, sagt Ulf Axelsson, Geschäftsführer von Coop Terminals. Dieser Anstieg spiegelt eine bewusste Entscheidung wider: Mit dieser Investition will Coop nicht nur effizienter arbeiten, sondern auch sozial nachhaltiger. Ein breiter einsetzbares Team, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Aufstiegsmöglichkeiten sind Teil der sozialen Nachhaltigkeitsstrategie des Einzelhändlers.
Das Distributionszentrum in Eskilstuna wurde unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit konzipiert. Durch die Zusammenlegung von Kühl- und Umgebungslagerung in einem Gebäude wird weniger interner Transportaufwand benötigt, was zu einer Verringerung der CO2-Emissionen führt.
Darüber hinaus verfügt der Standort über die zweitgrößte Solaranlage auf einem Dach in Schweden. Die Anlage erzeugt etwa die Hälfte des Strombedarfs selbst. Der Rest wird über externe erneuerbare Energiequellen geliefert, sodass der gesamte Komplex mit Ökostrom betrieben wird.
Diese Kombination aus Energieeffizienz, Konsolidierung und nachhaltiger Mobilität (u. a. durch den Transport per Bahn) macht das Projekt zu einem Musterbeispiel für ökologische Modernisierung in der Lebensmittelverteilung.

Der gesamte Prozess wird von WAMAS, der Logistiksoftware von SSI SCHÄFER, gesteuert. Diese Software sorgt für eine durchgängige Kontrolle aller Aktivitäten im Distributionszentrum: Wareneingang, Lagerung, Kommissionierung und Versand.
WAMAS lässt sich nahtlos in die Unternehmenssoftware von Coop integrieren und ermöglicht die Überwachung aller Materialflüsse in Echtzeit. Bei der Konzeption berücksichtigte SSI SCHÄFER sowohl die technische Effizienz als auch die IT-Kompatibilität, sodass sich das System vollständig in die Betriebsumgebung von Coop einfügt.
Das Distributionszentrum besteht aus zwei Temperaturzonen, jede mit eigenem Wareneingang, Hochregallagern, Depalettierstationen, einem automatisierten Kleinteilelager (ASPW) und Roboterzellen für die Palettierung.
Insgesamt sind 43 SSI Exyz-Krane in den Hochregallagern im Einsatz, die jeweils bis zu 40 Doppelzyklen pro Stunde leisten. Der Warenfluss zwischen den Zonen erfolgt über ein schienengebundenes Fahrzeugsystem, das Paletten automatisch transportiert.
An Teach-in-Stationen messen Mitarbeiter die Abmessungen, Gewichte und Eigenschaften neuer Verpackungen. Diese Informationen werden verwendet, um dem System beizubringen, wie jede Art von Verpackung sicher verarbeitet werden kann.

Die einzelnen Kartons und Kisten werden in den automatisierten ASPWs gelagert, die zusammen über mehr als 600.000 Lagerplätze verfügen. Rund 700 SSI Flexi Shuttles und 280 Lifte sorgen für den Transport von Behältern und Trays in dreifacher Tiefe, wodurch die Lagerdichte maximiert wird.
Die 3D-MATRIX Solution® kombiniert Lagerung, Pufferung und Sequenzierung in einem System und sorgt so für einen reibungslosen und fehlerfreien Warenfluss. Auf der Ausgangsseite bauen 34 Palettierroboter die Paletten Schicht für Schicht auf, gesteuert durch den SSI Pack Pattern Generator in WAMAS. Dieser optimiert die Stabilität, die Volumennutzung und die verkaufsfreundliche Anordnung der Ladung.
Obwohl das neue System nahezu vollautomatisch läuft, bleibt menschliches Fachwissen unverzichtbar. Der SSI Resident Maintenance®-Service stellt ein Team von 80 Technikern vor Ort bereit, das rund um die Uhr für Wartung, IT-Support und Optimierung sorgt. Vorbeugende Wartung garantiert maximale Verfügbarkeit aller mechanischen und elektrischen Systeme.
Laut Ulf Axelsson bietet dies klare Vorteile: “Durch die Automatisierung von Kernprozessen steigern wir die Produktivität, verbessern die Liefertreue und senken unsere Transportkosten sowie unsere Gesamtumweltbelastung.”
Das neue Distributionszentrum ist mehr als nur ein Logistikgebäude – es ist ein strategischer Knotenpunkt, der das langfristige Wachstum von Coop unterstützt. Der Einzelhändler setzt weiterhin auf die kontinuierliche Überwachung und Anpassung der Systeme, damit die Infrastruktur flexibel mit den sich ändernden Marktanforderungen mitwachsen kann.
Mit diesem Ansatz verbindet Coop technologische Innovation, Nachhaltigkeitsziele und Personalentwicklung zu einem kohärenten Ganzen. Das Ergebnis: eine zukunftssichere, widerstandsfähige Lieferkette, die für die nächste Wachstumsphase im nordeuropäischen Lebensmitteleinzelhandel gerüstet ist.
Die enge Zusammenarbeit zwischen Coop und SSI SCHÄFER war entscheidend für den Erfolg des Projekts. “Innovative Intralogistiklösungen schaffen Mehrwert für Unternehmen, Mitarbeiter und die gesamte Lieferkette”, sagt Mauro Lunardelli, Head of Business Unit Logistics Solutions bei SSI SCHÄFER.
Dank dieser Zusammenarbeit steht heute in Eskilstuna ein hochmodernes Distributionszentrum, das Effizienz mit Nachhaltigkeit verbindet – und Menschlichkeit mit Technologie.
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