Mit digitalen Vernetzungslösungen für effiziente Automatisierungssysteme gehört Turck Multiprox zu den Vorreitern von Industrie 4.0 und IIoT. Diese Automatisierungslösungen erhöhen die Verfügbarkeit und Effizienz von Maschinen und Anlagen in zahlreichen Branchen und Anwendungen. Wie gehen die Turck-Experten ein konkretes Kundenprojekt an? Wir fragten Egon Guilliams, Business Development Manager Benelux bei Turck Vilant Systems.
Turck Multiprox ist die belgische Tochtergesellschaft von Turck, einem weltweit führenden Anbieter von Fabrik-, Prozess- und Logistikautomation für Unternehmen. Die schlüsselfertigen RFID-Lösungen von Turck Vilant Systems optimieren Produktions- und Logistikprozesse und werden von Hunderten von Unternehmen weltweit eingesetzt. "Mit unseren RFID-Lösungen bewegen wir uns in verschiedenen Branchen, von der Lebensmittel-, Pharma- oder Chemieindustrie bis zur Automobilindustrie, von mobilen Maschinen bis zu Intralogistik- und Verpackungsunternehmen", bestätigt Egon.
Mit mehr als 35 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet der RFID (Radiofrequenz-Identifikation) ist Egon in einer idealen Position, um die Bedeutung und die Stärken dieser Technologie zu erläutern. "Die RFID-Technologie bietet Unternehmen eine effiziente und genaue Möglichkeit, Waren und Vermögenswerte zu verfolgen und zu verwalten. Mithilfe von Funkwellen können RFID-Etiketten Informationen drahtlos senden und empfangen, was eine Verfolgung und Bestandsaufnahme in Echtzeit ermöglicht. Dies erhöht die Arbeitsgeschwindigkeit, minimiert Fehler und verbessert die Transparenz in der Lieferkette. Unsere Kunden profitieren von einer verbesserten Bestandsgenauigkeit, einer höheren Produktivität und einer effizienteren Entscheidungsfindung. Auf diese Weise optimieren sie ihre Unternehmensleistung."
Gezielt und personalisiert. So arbeitet das Turck-Team an Business-Lösungen für seine Kunden. Egon erklärt, wie dieser Prozess aussieht.
"In einem Sondierungsgespräch mit dem Kunden schätzen wir ein, wie ein unternehmensspezifisches Projekt konkret angegangen werden soll. Dabei zeigen wir dem Kunden ehrlich auf, welche Möglichkeiten es gibt, aber auch, was im Rahmen unserer Möglichkeiten nicht möglich ist", so Egon. "Darauf folgt eine Besichtigung vor Ort: Wir prüfen vor Ort, welche Lösung am besten geeignet ist. Das tun wir, indem wir die Logistikprozesse des Kunden gründlich durchleuchten und uns auf Gespräche mit den Betreibern stützen."
"Wir unterbreiten unserem Kunden dann einen Kostenvoranschlag, der als Grundlage für die weitere Entwicklung unserer Zusammenarbeit dient. Stimmt der Kunde diesem Preisangebot zu, starten wir einen so genannten Proof of Concept, eventuell gefolgt von einem Pilotansatz und Roll-out. Während des Proof of Concept werden kritische Situationen ausgiebig getestet, so dass wir die Testergebnisse in unsere endgültige Lösung einfließen lassen können. Nach dem Roll-out begleiten wir unsere Kunden mit einem umfassenden After-Sales-Service weiter.
Die RFID-Technologie kann für ein breites Spektrum von Logistikaktivitäten eingesetzt werden. Egon zählt einige Anwendungsfälle auf: "Unsere Lösungen sind für die Überwachung sowohl ausgehender als auch eingehender Sendungen unverzichtbar geworden, zum Beispiel an Verladestellen oder bei Gabelstaplern. RFID ist auch ein leistungsfähiges Werkzeug für Inventuren, Auftragsprüfungen, die Abbildung von Lagerbewegungen, Umlagerungen und die Kommissionierung. Und wie sieht es mit der Validierung des Paletteninhalts aus, wo wir in nur 30-60 Sekunden eine ganze Palette für einen Kunden lesen und validieren und auf dieser Grundlage eine virtuelle Ladeeinheit erstellen können? Schließlich denke ich auch an das RTI-Management (Returnable Transport Items, n.v.d.r.), bei dem Paletten, Big Bags und Plastikbehälter effizient verwaltet werden."
Um all diese Anwendungen erfolgreich zu realisieren, bietet Turck verschiedene Lösungskomponenten an. "Mit unseren RFID-Gates, -Staplern, -Druckern und -Handhelds verschaffen sich unsere Kunden einen Vorteil gegenüber ihren direkten Wettbewerbern", sagt Egon. "Zusammen mit unserer RFID-Middleware und dem Gerätemanagement, auch in Kombination mit Cloud-Anwendungen, ergibt sich ein attraktives Angebot an innovativen Lösungen. Auch Integrationen von Drittanbietern wie feste Barcodes, RTLS (Real-Time Location Systems, n.v.d.r.) und Barcodes sind problemlos möglich."
Neugierig, wie Turcks innovative RFID-Lösungen in der Praxis eingesetzt werden? Auf der Website des Unternehmens finden Sie zahlreiche spannende Beispiele. Wir haben drei herausgesucht. Eines davon ist ein UHF-RFID-System, das Lebensmittelabfälle in Containern anhand der RFID-Tags auf diesen Containern identifiziert. Dadurch vermeidet der Hersteller die Verschwendung von Lebensmitteln und Energie. Ein anderes Beispiel ist der Einsatz von intelligenten Gabelstaplern, die mit Hilfe eines RFID-Lesegeräts, eines Monitors und des Turck Vilant Client viel genauer und effizienter arbeiten als herkömmliche Fahrzeuge. Und dann ist da noch die Großhandelskette, die auf Basis einer RFID-Systemlösung von Turck Vilant Systems Selbstbedienungscontainer für Baustellen entwickelt hat, die Befestigungsmittel und Werkzeuge jederzeit und an jedem Ort verfügbar machen. ■