Die zentrale Lage in der Blauen Banane - der verkehrsreichsten Region der Welt - sowie ein dichtes Netz von Eisenbahnen, Häfen, Flughäfen und Autobahnen machen Flandern zu einer logistischen Drehscheibe in Westeuropa. Sehen Sie sich nur unsere beiden wichtigsten Wirtschaftszentren an: den Hafen von Antwerpen und Brügge und den nationalen Flughafen Zaventem BAC.
Dieser attraktive Standort in Verbindung mit einer ausgezeichneten Infrastruktur, einem Schwerpunkt auf Innovation sowie kompetenten und sprachbegabten Arbeitnehmern ist ein wichtiger Trumpf. Gleichzeitig sollten wir die Augen nicht vor zahlreichen Herausforderungen verschließen, wie etwa der anhaltenden Anspannung auf dem Arbeitsmarkt. Allein in Deutschland werden - laut The Economist - 100.000 Lkw-Fahrer benötigt. Europaweit wären das 425.000 offene Stellen, die zu besetzen wären. Bei uns sind Tausende von Stellen offen.
Ich hoffe, dass wir zu Hause genügend geeignetes Personal finden, wobei die Stellen jenseits der Sprachgrenze stärker besetzt werden müssen. Wallonien wird eine stärkere Aktivierungspolitik betreiben müssen. Dazu müssen VDAB und Forem ein ehrgeiziges Kooperationsabkommen mit klaren Zielen schließen. Wir müssen uns auch mit der Arbeitskräftereserve befassen: der Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter, die derzeit nicht beschäftigt sind. Und vergessen Sie nicht unser Bildungssystem, das junge Menschen motivieren kann, die Ärmel hochzukrempeln in einem spannenden Sektor voller leicht zugänglicher Arbeitsplätze!
Wir verstärken auch unsere Bemühungen im Bereich der Gewerbeflächen. Von meiner Seite aus setze ich mich für die Entwicklung von mehr (wasserbezogenen) Gewerbeflächen ein. Im Rahmen der ENA-Konsultation (Albert Canal Economic Network) bin ich ein starker Befürworter der Suche nach zusätzlichen Flächen. Auf meinen Wunsch hin werden nun auch neue Zonen geprüft.
Auch der Logistiksektor ist ein Vorreiter auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft. In Flandern stammen etwa 21% aller CO2-Emissionen aus der Mobilität. Davon entfällt die Hälfte auf den Güterverkehr. Es ist daher wichtig, dass wir versuchen, diese Fahrzeugkilometer entweder auf nachhaltigere Alternativen wie Wasser und Schiene zu verlagern oder sie auf nachhaltigere oder sogar völlig emissionsfreie Lkw umzustellen.
So habe ich beispielsweise alle Brücken über den Albert-Kanal anheben lassen, damit höher gelegene Frachtschiffe weiter ins Land hineinfahren können. Jetzt kommt es darauf an, diese stark befahrene Wasserstraße optimal zu nutzen und auch die Geschäftsflächen entlang des Kanals zu maximieren. Was den elektrischen Güterverkehr betrifft, so konnte ich mich auf der jüngsten Journ.e-Veranstaltung von Daimler Truck davon überzeugen, wie die Lkw-Hersteller auf eine nachhaltige Zukunft setzen. Ich habe mich dafür eingesetzt, dass die Befreiung von der Kilometerabgabe für emissionsfreie Lkw in den flämischen Energie- und Klimaplan aufgenommen wird.
Mit dem flämischen Projekt VIAVIA - das für Freight Transport Intelligent Adaptation and Greening via an Integrated Approach steht - wollen wir den Straßen-, Wasser- und Luftfrachtverkehr in unserer Region nachhaltiger gestalten und eine Verkehrsverlagerung auf Wasser und Schiene erreichen. Wir tun dies mit einem Top-Team (Experten) und fünf Task Forces (Experten mit Interessenvertretern und dem Sektor), insbesondere für multimodale Korridore, nachhaltige urbane Logistik, umweltfreundliche Binnenschifffahrt, umweltfreundliche Luftfahrt und emissionsfreien Straßenverkehr. Der Anfang ist gemacht!
Lydia Peeters
Flämischer Minister für Mobilität und öffentliche Arbeiten