[00:02] Sicherheit in modernen Lagern
Björn Crul: Hallo, liebe Zuhörer. Moderne Lager werden immer dynamischer. Menschen, Gabelstapler und fahrerlose Transportfahrzeuge (AGVs) bewegen sich beispielsweise in derselben Umgebung. Die Automatisierung nimmt zu, und auch die Lagerung von Waren wird immer effizienter. Dadurch verändert sich auch die Art und Weise, wie Sicherheit in einem solchen Umfeld betrachtet wird. Wie sieht die neue integrierte Sichtweise auf die Sicherheit am Arbeitsplatz aus und wo liegen die großen Herausforderungen? Darüber werde ich heute mit Sigrid Herbosch von Troax sprechen, einem Partner für innovative Sicherheitskonzepte. Troax ist seit Jahren für seine Sicherheitszäune und Gitterwände bekannt, möchte sich aber nun ausdrücklich auch als Partner für ein viel umfassenderes Sicherheitskonzept positionieren. Sigrid, herzlich willkommen in unserem Studio. Fangen wir ganz von vorne an. Troax, Ihr Unternehmen hat in den letzten Jahrzehnten einen tiefgreifenden Wandel durchlaufen. Was macht Ihr Unternehmen heute?
[00:58] Entstehung und Aktivitäten von Troax
Sigrid Herbosch: Nun, Troax entstand eigentlich im Jahr 1955 in einer kleinen Scheune irgendwo in einem schwedischen Dorf namens Hillerstorp, wo vier Brüder Hühnerdraht herstellten. Im Laufe der Zeit kamen weitere Sicherheitsprodukte hinzu. Und ich denke, wir können heute sagen, dass Troax auf jedem Kontinent mit mehr als 45 Vertriebsniederlassungen vertreten ist und dass wir weltweit Marktführer im Bereich von Stahlgitterwänden für die Absicherung von Maschinen, der Einteilung von Lagerräumen und Rechenzentren sowie der Einrichtung von Abstellräumen für Wohnungen und Garagen.
[01:33] Erweiterung des Sicherheitsangebots
Björn Crul: Im Grunde genommen geht es darum, auf die Entwicklungen in den verschiedenen Märkten einzugehen, in denen diese Lösungen zum Einsatz kommen können. Wie seid ihr dann zu der Entscheidung gekommen, das Sortiment zu erweitern? Wie verändert sich dadurch die Rolle des Unternehmens?
[01:45] Vom Hersteller zum Sicherheitspartner
Sigrid Herbosch: Eigentlich ist das ein logischer nächster Schritt im Rahmen einer bestimmten Unternehmensentwicklung. Man hat bestimmte Produkte, mit denen man bestimmte Dinge tun kann. Letztendlich möchte Troax jedoch eher als Sicherheitspartner denn als Hersteller von Stahlzäunen in die Zukunft blicken. Die Perspektive erweitern. Das heißt: Wie sorgen wir für Sicherheit am Arbeitsplatz? Wie können wir eigentlich ein Gesamtkonzept anbieten? Und das ist eigentlich eine logische Konsequenz, nicht nur im Hinblick auf das Wachstum eines Unternehmens, sondern auch auf die Erweiterung eines Portfolios. Aber ich denke, das ist auch ein Zeichen der Zeit. Kunden wünschen sich nun einmal einen One-Stop-Shop oder einen einzigen Ansprechpartner, der sich tatsächlich um die gesamte Sicherheit kümmert. Und genau hier kommt Troax ins Spiel.
[02:34] Sicherheitssituationen erfassen
Björn Crul: Wird dann einer Ihrer Berater vor Ort gehen und gemeinsam mit einem Unternehmen auch die Sicherheitslage erfassen, um die richtigen Lösungen zu erarbeiten?
[02:41] Von einzelnen Bereichen hin zu einem Gesamtkonzept
Sigrid Herbosch: Ja, früher war es eigentlich so, dass verschiedene Bereiche in Unternehmen getrennt betrachtet wurden. Man hatte also einen Produktionsbereich, einen Kommissionierbereich und dergleichen. Und dann kam im Grunde eine Anfrage des Kunden bei uns herein, diesen bestimmten Bereich zu bearbeiten. Was jetzt geschieht, ist, dass wir tatsächlich eine Risikoanalyse durchführen. Daraufhin wird ein Gesamtkonzept erarbeitet. Wir schauen nicht mehr darauf, welche einzelnen Bereiche abgeschirmt werden müssen oder mehr Sicherheit benötigen. Nein, es geht um das Gesamtkonzept dessen, was wir hier alles angehen müssen. Es geht nicht mehr um diesen einen Bereich. Eigentlich wird die gesamte Arbeitsumgebung zum Arbeitsbereich. Dabei müssen mögliche Lösungen sehr durchdacht geprüft werden. Das können Anfahrschutzvorrichtungen oder Durchsturzsicherungen für Regale sein. Es wird also das Gesamtbild betrachtet.
[03:40] Das moderne Lager
Björn Crul: Dies ist ein Podcast von „Warehouse und Logistik“. Wir werden uns heute also natürlich mit Lagerumgebungen beschäftigen. Wie sieht so ein modernes Lager eigentlich aus?
[03:52] Daten, Automatisierung und Geschwindigkeit
Sigrid Herbosch: Nun, während das früher tatsächlich noch in die Bereiche fiel, die ich gerade erwähnt habe, hat sich das mittlerweile zu einer intelligenten Technologieumgebung entwickelt, in der Daten, Automatisierung und Roboter im Mittelpunkt stehen. Und vor allem hat sich diese Geschwindigkeit eingeschlichen. Vor zehn Jahren war das noch viel weniger der Fall. Und diese Geschwindigkeit lässt sich in einem Unternehmen eigentlich durch diese autonomen Fahrzeuge, durch die Robotik, durch automatisierte Kommissionierung und Ähnliches erreichen. Durch diese Veränderungen ändert sich also auch einiges im Bereich der Sicherheit. Denn dort kommen Menschen mit der Geschwindigkeit und diesen Fahrzeugen in Berührung.
[04:30] Zusammenarbeit zwischen Menschen und Fahrzeugen
Björn Crul: Ja, und manchmal müssen sie auch sehr eng zusammenarbeiten. Macht das die Sicherheit komplexer?
[04:35] Neue Risikogebiete
Sigrid Herbosch: Ganz sicher. Und diese Komplexität ergibt sich auch aus dieser Geschwindigkeit und aus der intensiven Zusammenarbeit beider Seiten. Vor allem die Stellen, an denen beide aufeinandertreffen, sind hier entscheidend. Und das sind oft Risikobereiche. Das sind Schnittstellen in Unternehmen, an denen Maschinen und Menschen aufeinandertreffen, an denen Fahrzeuge zusammenkommen, an denen Personen unterwegs sind und dergleichen. Das lässt sich also nur sehr schwer durch eine Perimeterabsicherung erfassen. Etwas, worüber früher weniger nachgedacht wurde und das nun sehr deutlich in den Fokus rückt.
[05:10] Gabelstapler, AGVs und AMRs
Björn Crul: Können wir das einmal konkretisieren? Nehmen wir einmal an, Sie haben ein Lager, in dem beispielsweise Lagerarbeiter mit manuellen Gabelstaplern arbeiten, in dem aber gleichzeitig auch AGVs oder AMRs im Einsatz sind. Welche Art von Sicherheitsvorkehrungen benötigen Sie in diesem Fall?
[05:23] Gefahren vorhersehen
Sigrid Herbosch: Dann spricht man in der Tat nicht mehr von dieser Perimeterabsicherung, denn diese dient dann eigentlich eher dazu, Bereiche abzugrenzen oder die Auswirkungen abzufangen. Sondern man spricht dann von einer Art … Dabei geht es um die Vermeidung von Risiken, das Vorbeugen vor Gefahren. Zum Beispiel dort, wo eine Perimeterabsicherung das niemals leisten könnte. Ein Beispiel dafür könnte ein toter Winkel sein, in dem auf der einen Seite ein Gabelstapler vorbeirast und auf der anderen Seite ein Fußgänger vorbeigeht. Das ist eine gefährliche Situation. Ein weiteres Beispiel könnten enge Gänge in Lagerhallen sein, in denen sich Gabelstapler befinden, wobei ein Gabelstapler eigentlich ein Signal erhalten müsste: In diesem Gang befindet sich bereits ein Gabelstapler oder ein Fußgänger kommt vorbei. Das sind Dinge, die sehr abstrakt sind und die man nicht mit einer Anfahrsicherung oder einem Gitter absichern kann.
[06:20] Sicherheit bereits in einer frühen Projektphase berücksichtigen
Björn Crul: Sie haben das gerade schon angesprochen. In vielen Logistiklagern wird derzeit intensiv daran gearbeitet, sei es bei Neubauprojekten oder bei der Sanierung bestehender Lager. Zu welchem Zeitpunkt werdet ihr als Sicherheitspartner eigentlich in ein solches Projekt einbezogen? Was ist die ideale Situation, um genau diese Risiken zu erfassen und zu vermeiden?
[06:39] Lieber früher als später
Sigrid Herbosch: Ja, eigentlich lieber früher als später. Ich glaube, das ist der Schlüssel. Oft reagieren die Menschen erst, wenn etwas passiert ist. Das ist bedauerlich. Wir sollten vorausschauend handeln und vor allem lernen, wie ein Lager funktioniert, alle Risiken zu erfassen, um auf diese Gefahren vorbereitet zu sein. Denn sonst denken wir wieder in diesen verschiedenen Zonen. So nach dem Motto: An dieser Stelle steht eine Maschine, hier wird ein Geländer benötigt. An dieser Stelle findet die Kommissionierung statt, also brauchen wir dort einen Fallschutz oder Ähnliches. Aber heutzutage ist das nicht mehr so. All diese Bereiche sind durch die AGVs, durch die Automatisierungen miteinander verbunden. Mit anderen Worten: Man muss das Gesamtbild betrachten. Deshalb versuchen wir, Kunden davon zu überzeugen: Betrachten Sie das als ein ganzheitliches Sicherheitskonzept und nicht in Ihren verschiedenen Abteilungen in Ihrer Fabrik oder Ihrem Lager oder was auch immer es sein mag, sondern versuchen Sie, das eigentlich von Anfang an auf einer übergreifenden Ebene anzugehen. Das ist die ideale Situation. Die Realität könnte allerdings anders aussehen. Oft trifft man dort auf eine bereits bestehende Situation. Es ist etwas passiert, dort ist etwas vorgefallen, es gab einen Zusammenstoß. Und dann muss man mit den Mitteln auskommen, die man bereits hat, und dort etwas umsetzen. Aber die Systeme sind alle flexibel genug, um das zu ermöglichen. Dann muss natürlich erst einmal geprüft werden, wie die Frage richtig zu stellen ist. Wollen wir das Problem notdürftig flicken oder es von Grund auf angehen?
[08:14] Gründlichere Renovierung
Björn Crul: Oder doch lieber eine gründlichere Renovierung?
[08:16] Langfristig investieren
Sigrid Herbosch: Und ich denke, dass man sich dort natürlich immer für die zweite Option entscheiden muss. Wie können wir das gründlich angehen, damit so etwas beim nächsten Mal nicht mehr vorkommt? Wie können wir dort jetzt eine Investition tätigen, die mindestens für die nächsten zehn Jahre reicht? Das ist also wichtig für uns.
[08:30] Die Rolle der Regulierung
Björn Crul: Sie sprechen von der Bedeutung von Investitionen, die eigentlich präventiv getätigt werden. Welche Rolle spielt die Regulierung in diesem Zusammenhang eigentlich?
[08:42] Vorschriften und interne Verkehrspläne
Sigrid Herbosch: Zur Absicherung von Maschinen. Und dann gibt es ja auch noch den Kodex zum Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Ob dieser in jedem Unternehmen wörtlich ausgelegt werden kann, ist fraglich. Aber darin sind natürlich bereits einige grundlegende Richtlinien enthalten. Und eine grundlegende Richtlinie lautet: Sobald sich mobile Arbeitsmittel in einem Arbeitsbereich befinden, muss vom Unternehmen bereits ein interner Verkehrsplan erstellt werden. Das ist Punkt eins. Zweitens müssen bereits organisatorische Maßnahmen getroffen werden, um Fußgänger von den sich bewegenden Arbeitsmitteln fernzuhalten. Das kann grundsätzlich durch eine abgegrenzte Zone geschehen. Das kann so einfach sein wie aufgemalte Linien, aber natürlich nutzen sich diese durch intensiven Verkehr ab und sollten eigentlich alle paar Jahre überprüft werden. Das kann auch durch Absperrungen und durch diese „Active Safety“-Produkte geschehen. Was ist noch wichtig? Dass es beispielsweise eine Licht- oder Akustikwarnung an Gabelstaplern gibt. Dass Personen gewarnt werden. Auch diese schmalen Gänge, von denen ich zuvor gesprochen habe. Dass ein Signal ausgegeben wird, wenn sich ein Gabelstapler in diesen Gängen befindet. Dass ein Fußgänger im Anmarsch ist. Das sind Dinge, die angegangen werden müssen.
[09:58] Aktive Sicherheit
Björn Crul: Ich habe gehört, dass du dort von „Active Safety“ gesprochen hast. Das ist eigentlich eine neue Produktreihe, die ihr bei Troax auf den Markt gebracht habt. Worum geht es dabei ganz konkret? Handelt es sich um technologische Lösungen?
[10:09] Technologische Lösungen
Sigrid Herbosch: Ja, technologische Lösungen. Und ich muss ehrlich zugeben: Wenn mir Leute eine solche Frage stellen, denke ich oft: Was soll ich darauf antworten? Weil das sehr abstrakt und auch sehr weit gefasst ist, aber es handelt sich tatsächlich um technologische Lösungen, die Gefahren vorhersehen und Risiken bereits vermeiden, indem sie die Situation in Echtzeit erfassen. Man muss dabei beispielsweise an Projektoren denken, die ein Piktogramm auf den Boden projizieren. Oder an Tags, die Personen oder Gabelstapler warnen – entweder den Gabelstapler selbst oder Personen in der Nähe –, und zwar mittels Licht, Ton oder Vibration. Wir arbeiten immer auf diesen drei Ebenen, die man auch wählen kann. Das ist also sozusagen das Konzept. Im Grunde setzen wir also Produkte dort ein, wo die Perimetersicherung endet, wo sie ihre Grenzen hat. Und dort übernimmt die „Active Safety“. Also alles, was sich nicht buchstäblich abgrenzen lässt, sozusagen.
[11:09] Ein konkretes Beispiel
Björn Crul: Können Sie ein konkretes Beispiel für eine Situation oder einen Kontext nennen, in dem dies tatsächlich einen großen Mehrwert bringt?
[11:16] Tote Winkel und Warnungen
Sigrid Herbosch: Ja, dieser tote Winkel, über den wir vorhin gesprochen haben. Auf der einen Seite nähert sich der Gabelstapler mit einer bestimmten Geschwindigkeit, die hoffentlich geregelt ist, denn so sollte es eigentlich sein. Auf der anderen Seite kommt ein Fußgänger, der nichts ahnt. Gabelstapler sind heutzutage sehr leise, sie sind elektrisch. Das ist nicht mehr wie früher mit Benzin und der damit verbundenen Gefahr, nicht rechtzeitig wahrgenommen zu werden. In dem Moment, in dem sich die beiden in die Quere kommen, kann man einen Sicherheitsbereich um beide herum einrichten. Der Gabelstapler sendet ein Signal aus. Der Fahrer des Gabelstaplers hat ebenfalls einen Sender bei sich, der ein Vibrations-, Licht- oder Tonsignal auslösen kann. Außerdem gibt es noch den Fußgänger, der ebenfalls auf seinem persönlichen Tag ein Signal in Form von Licht, Ton oder Vibration erhält. Eine andere Situation könnte sein, dass ein Gabelstapler durch einen schmalen Durchgang fahren muss, hinter dem sich das Lager befindet, dieser Durchgang jedoch nur sehr schwer zu erkennen ist. Sobald sich der Gabelstapler der Zone nähert, wird er beispielsweise bereits abgebremst – durch einen im Gabelstapler eingebauten automatischen Retarder. Zudem gibt es eine physische Barriere, die das Überqueren unmöglich macht. Sobald der Gabelstapler vorbeigefahren ist, wird durch einen Projektor ein Zebrastreifen auf den Boden projiziert, sodass die Person weiß, dass sie nun überqueren kann. Das sind zwei Beispiele.
[12:45] Technologische und physische Lösungen
Björn Crul: An diesem letzten Beispiel stelle ich fest, dass es nicht so sehr um die Technologie an sich geht, sondern dass ihr auch auf die Integration von technologischen und physischen Lösungen hinarbeitet.
[12:56] Kombination beider Systeme
Sigrid Herbosch: Ja, auf jeden Fall. Und ich bin auch davon überzeugt, dass diese beiden perfekt zusammenwirken und dass sie einander brauchen. Denn das eine hört irgendwann auf, und dort setzt das andere ein. Und ich denke, sobald es etwas abstrakter wird oder Bewegung ins Spiel kommt, sind wir doch auf andere Mittel angewiesen als die typischen … Es muss natürlich in deiner Umgebung funktionieren. Das ist eine Tatsache. Darüber muss also gut nachgedacht werden. Aber sobald das der Fall ist, kann man eigentlich jeden Bereich abdecken. Und das ist etwas, was wir vorher nicht konnten. Man hat eine Absicherung einer Maschinenzelle. Man hat eine Absicherung eines Palettenregals, das über eine Durchsturzsicherung verfügt. Das ist alles in Ordnung.
[13:37] Risiken beim innerbetrieblichen Transport
Björn Crul: Aber je mehr Verkehr es gibt, desto mehr wird alles in die Länge gezogen.
Sigrid Herbosch: Und wie geht man mit herabfallenden Gütern und dem damit verbundenen Risiko um? Und wie warnt man Menschen, die sich in Gefahrenzonen aufhalten, oder wie geht man mit den Geschwindigkeiten von Gabelstaplern um? Mit Zusammenstößen. Das sind Dinge, die mit herkömmlichen Mitteln nur sehr schwer in den Griff zu bekommen sind.
[13:54] Flexibler Anfahrschutz
Björn Crul: Ich habe auf Ihrer Website gesehen, dass es auch eine Lösung für flexiblen Anfahrschutz gibt. Dieses Produkt heißt „Troax Barriers“. In welchen Umgebungen zeigen diese den größten Mehrwert?
[14:06] Anwendungsbereiche von Troax Barriers
Sigrid Herbosch: Eigentlich in ähnlichen Umgebungen: von Produktionshallen bis hin zu Lagerhallen, auch automatisierten Lagerhallen, in denen sehr viele Gabelstapler unterwegs sind. Sozusagen motorisierte Arbeitsmittel. Die eigentlich dazu gedacht sind, Zusammenstöße zu vermeiden. Das ist also die wörtliche Abschirmung. Während es bei der aktiven Sicherheit eher darum geht, Gefahren vorzubeugen, werden die Barrieren im Falle eines Aufpralls diesen Aufprall effektiv abfangen.
[14:39] Flexible und Stahlbarrieren
Björn Crul: Worin besteht denn grundsätzlich der Unterschied zwischen einer flexiblen Barriere aus Polymer und einer klassischen Stahlsicherung?
[14:47] Unterschiede bei einem Aufprall
Sigrid Herbosch: Es gibt eigentlich drei sehr große Unterschiede, und diese sind auch von großer Bedeutung. Diese flexible Barriere sorgt dafür, dass das Fahrzeug weniger Schaden nimmt, was ja zu sehr hohen Kosten führen kann. Sie sorgt dafür, dass der Boden weniger beschädigt wird, denn durch ihre Flexibilität wird der Aufprall so abgefedert, dass der Beton nicht reißt, sondern die Energie in der Fußplatte absorbiert wird. Und dann gibt es natürlich noch die Schäden an der Barriere selbst. Im Falle der Stahlbarriere ist also der Gabelstapler beschädigt, der Boden ist beschädigt und die Barriere selbst ebenfalls. Man kann sie also nur einmal verwenden. In diesem Sinne ist das eigentlich eine kurzsichtige Lösung. Während eine flexible Barriere hingegen tatsächlich zurückfedert – mit einer Deformationszone von 250 mm, das möchte ich noch anmerken –, wodurch sie tatsächlich wiederverwendet werden kann. Es handelt sich also um eine nachhaltige Lösung.
[15:42] Prüfung von Sicherheitssystemen
Björn Crul: Sigrid, wir sprechen hier über Lösungen, die die Sicherheit von Menschen gewährleisten sollen. Dabei hängt natürlich sehr viel von der Glaubwürdigkeit ab. Ihr seid eine Marke, die bereits seit 1955 Erfahrung gesammelt hat. Aber wie werden diese Systeme heute eigentlich getestet, um sicherzustellen, dass sie tatsächlich das tun, was sie tun sollen?
[16:03] Unabhängige Tests und Zertifikate
Sigrid Herbosch: Diese Tests sind für uns enorm wichtig. Das haben wir von Anfang an großgeschrieben, denn natürlich kann man von seinem eigenen Produkt behaupten, dass es wirklich sehr sicher ist. Es ist das beste auf dem Markt. Ja, das mag schon sein. Sobald etwas passiert, wird sich das eigentlich in der Praxis zeigen. Aber es ist viel wichtiger, das unabhängig prüfen zu lassen. Deshalb werden unsere Produkte nicht nur einzeln in unserem eigenen Testzentrum geprüft, sondern auch von unabhängigen Stellen. Da wäre zum Beispiel der TÜV. Ich denke, den kennen die meisten Menschen. Aber wir haben auch die PAS 13. Das ist eigentlich ein weltweiter Produktkodex für die Prüfung von industriellen Anfahrschutzsystemen. Es geht also um die Lieferung, die Montage und die Prüfung dieser Systeme. Und für jedes unserer Produkte können wir diese Zertifikate auch vorlegen. Und das ist wichtig für den Verbraucher. Das sagt nicht Troax, sondern unabhängige Stellen. Und das ist viel wichtiger.
[17:08] Eine sich rasch wandelnde Lagerumgebung
Björn Crul: Kehren wir also zu dieser modernen Lagerumgebung zurück. Wir haben es gerade bereits angesprochen: Technologie spielt dort eine immer größere Rolle. Es wird automatisiert. Es gibt immer mehr Cobots, Roboter und fahrerlose Transportfahrzeuge (AGVs) und so weiter. Es handelt sich eigentlich um eine Umgebung, die sich heutzutage sehr schnell verändert. Wie kann man darauf reagieren, wenn ein Lager zu einem bestimmten Zeitpunkt gesichert wird und dann doch wieder ein neues Gerät aufgestellt oder eine neue Technologie implementiert wird?
[17:36] Modularität und Zukunftssicherheit
Sigrid Herbosch: Ja, wir passen uns eigentlich ebenfalls an. Ich denke, genau das müssen wir tun. Der Vorteil unserer Produkte besteht darin, dass sie alle nach dem Prinzip der Modularität konzipiert sind. Und ich glaube, dass Modularität für Zukunftssicherheit steht. Sobald eine Erweiterung erforderlich ist, baue ich diese an. Kein Bereich bleibt zehn Jahre lang unverändert. Daran glaube ich nicht mehr. Früher, wenn man mir das gesagt hätte, hätte ich gesagt: Ja, das war so. Die Umgebungen in Fabriken waren relativ starr. Das ist heute überhaupt nicht mehr der Fall. Also eigentlich gilt: Alles, was sich nicht verändert, geht auch nicht mit der Zeit. Das spürt Troax sehr deutlich. Das kann auch bei einem Zusammenstoß passieren. Das kommt bei unseren Produkten sehr häufig vor, denn dafür sind sie ja gedacht.
[18:26] Beschädigte Elemente austauschen
Björn Crul: Ja, denn dann ist zum Beispiel nur ein kleiner Teil des Sicherheitssystems defekt, und dann muss ein neues Element eingebaut werden.
[18:31] Nachhaltigkeit modularer Systeme
Sigrid Herbosch: Ja, und dann wäre es doch völlig absurd, dem Kunden zu sagen: „Na ja, wir reißen das ganze Ding ab.“ Wir liefern gerne ein neues Teil. Nein, wir ersetzen eigentlich nur das Teil, das ausgetauscht werden muss. In dieser Hinsicht ist das Produkt also sehr nachhaltig und auch zukunftssicher.
[18:47] Die Kosten
Björn Crul: Ja, Sigrid, damit kommen wir eigentlich auch schon zur Frage der Kosten. Unternehmen müssen in Sicherheit investieren. Wie soll ein Kunde das eigentlich einordnen?
Sigrid Herbosch: Niemand gibt gerne einfach so Geld aus. Aber der Kunde muss auch die indirekten Kosten berücksichtigen. Und ich denke, wenn wir uns die Ausfallzeiten in einer Fabrik ansehen, wenn etwas passiert, oder die Kosten, die durch einen Zusammenstoß oder eine Kollision entstehen, durch herabfallende Güter, beschädigte Waren und möglicherweise sogar Verletzte, die dabei zu Schaden gekommen sind.
[19:32] Troax auf der Logistica Next
Björn Crul: Das scheint mir tatsächlich eine sehr logische Argumentation zu sein, die auch verhindern wird, dass Unternehmen Vorfälle erleben. Nun, Sigrid, wir haben über viele verschiedene Lösungen gesprochen. Wer diese auch einmal in der Praxis sehen möchte, kann demnächst die Messe „Logistica Next“ in Utrecht besuchen. Was erwartet die Besucher dort an eurem Stand?
[19:52] Das Portfolio an der Börse
Sigrid Herbosch: Alle möglichen Produkte, die Troax im Sortiment hat. Wir versuchen also, ein umfassendes Portfolio an Maschinenumzäunungen, Durchsturzsicherungen für Palettenregale, den „Active Safety“-Produkten und darüber hinaus auch unseren Absperrungen zu präsentieren. Ich denke also, dass sie so gut wie alles aus dem Troax-Sortiment zu sehen bekommen werden.
[20:13] Beratung und Fachwissen am Stand
Björn Crul: Und warum sollte ein Lager- oder Logistikleiter unbedingt bei euch vorbeischauen?
Sigrid Herbosch: Nicht nur wegen der leckeren Tasse Kaffee und der freundlichen Menschen, die am Stand stehen, sondern vor allem auch wegen der Ratschläge, die wir geben können, und der Fachkompetenz, die meine Kollegen im Laufe der Jahre aufgebaut haben, sowie wegen der Freude, mit der sie auf die Kunden zugehen.
[20:33] Praktische Informationen
Björn Crul: Um sich einmal umzuschauen. Troax ist also vom 3. bis einschließlich 5. November auf der Logistica Next in Utrecht vertreten. Weitere Informationen über Troax und die Sicherheitslösungen finden Sie natürlich auch jederzeit über die Kanäle von „Warehouse“ und „Logistiek“. Nun, wir sind fast am Ende des Podcasts angelangt. Wenn Sie unseren Zuhörern noch einen Rat mit auf den Weg geben dürften, welcher wäre das dann?
[20:54] Das Gesamtkonzept betrachten
Sigrid Herbosch: Das Gesamtkonzept im Hinblick auf den Arbeitsbereich, das Unternehmen und dessen Tätigkeiten zu betrachten. Keine zwei Unternehmen sind gleich. Man kann keine Kopie einer früheren Situation erstellen. Man kann Unternehmen nicht miteinander vergleichen. Es wird für jeden anders sein. Versuchen Sie jedoch, verschiedene Bereiche miteinander zu integrieren. Versuchen Sie, diese nicht isoliert voneinander zu betrachten. Vergleichen Sie verschiedene Sicherheitslösungen miteinander. Denn es gibt nicht nur eine einzige Lösung. Es gibt mehrere. Und aus diesen kann dann je nach Präferenz oder Budget eine Auswahl getroffen werden.
[21:28] Schließen
Björn Crul: Sigrid Herbosch, vielen Dank für dieses Gespräch und weiterhin viel Erfolg bei Troax.
Sigrid Herbosch: Ja, vielen Dank. Sehr gerne.
Björn Crul: Damit sind wir am Ende dieses Podcasts von „Warehouse und Logistik“ angelangt, liebe Zuhörer. Bis zum nächsten Mal!

