Am 9. Juni 2024 fanden in unserem Land Wahlen statt, mit eher überraschenden Ergebnissen. Vor allem im französischsprachigen Teil des Landes scheint ein neuer, frischer Wind zu wehen, der die Tür zu einem unternehmensfreundlicheren Klima öffnet. In Wallonien war schnell eine neue Regierung im Sattel. Auch die anderen politischen Ebenen haben die schwierige Aufgabe, unsere Wirtschaft, unsere Finanzen, unseren Arbeitsmarkt und vieles mehr wieder auf Kurs zu bringen.
In der letzten Legislaturperiode hat sich die Regierung Vivaldi voll und ganz auf eine ausreichende Kaufkraft der Bürger konzentriert und die Rechnung für den Erhalt dieser Kaufkraft fast vollständig den belgischen Unternehmen übergeben. Diese Politik wirkt sich also stark auf unsere Unternehmen aus, die im internationalen Kontext tätig sind und mit ausländischen Konkurrenten konkurrieren. Unser Lohnkostennachteil gegenüber ausländischen Konkurrenten hat sich nur noch vergrößert. In einem Sektor wie dem Verkehrswesen, in dem die Arbeitskosten bei weitem den größten Kostenfaktor darstellen, ist dies ein großes Problem.
Vor allem in Zeiten wie diesen, in denen die Verlader auf der Suche nach dem billigsten Transport sind und Ausschreibungen am Fließband durchführen. Seit der Erweiterung der Europäischen Union befinden sich unsere belgischen Spediteure in einer Negativspirale. Kurz gesagt, sie waren und sind seit zwei Jahrzehnten zu teuer im Vergleich zur ausländischen Konkurrenz. Dies ist ihr Hauptproblem und gleichzeitig ihre größte Frustration. Deshalb fordert Febetra die neuen Regierungen auf, diese Wettbewerbsfähigkeit als wichtigsten und dringlichsten Maßstab anzugehen, trotz der schwierigen Haushaltslage, in der sich S.A. Belgium derzeit befindet.
Die Ökologisierung der gesamten Wirtschaft wird ein weiterer Kraftakt sein. Von größter Bedeutung ist, dass der von den Politikern skizzierte Zeitrahmen nicht nur praktisch machbar ist, sondern vor allem auch bezahlbar bleibt. Realismus und Bezahlbarkeit sind Parameter, die unbedingt in die gesamte Klimageschichte einbezogen werden müssen. Niemand, aber auch niemand, kann sich den Luxus leisten, blaues Geld für Greening zu bezahlen.
Der Erhalt von Profi-Diesel ist daher für den Verkehrssektor von existenzieller Bedeutung. Auf lange Sicht ist der fossile Diesel dem Untergang geweiht, das sollte uns allen klar sein. Aber jetzt schon die Beerdigung des Profidiesels zu organisieren, wie es einige linke Parteien wollen, geht Febetra eindeutig zu weit. Solange es finanziell, betrieblich und technisch keine vollwertigen Alternativen gibt, ist der Erhalt des Profi-Diesels für die fast 11.000 Transportunternehmer in unserem Land von großer Bedeutung. Eine Senkung der himmelhohen Arbeitskosten und eine gesunde Portion Realismus bei der Energiewende: Diese beiden Punkte stehen ganz oben auf der Wunschliste des belgischen Transportsektors.
In Anbetracht der Dringlichkeit und der Größe der Aufgabe sollten unsere Politiker am besten vom ersten Tag an aus den Startlöchern kommen. Fünfhundert Tage lang in einem Schloss verhandeln, dafür ist wirklich keine Zeit.