Die Unterschiede werden immer geringer
AMR oder AGV? Während AMRs oft für ihre Flexibilität bekannt sind, haben sich moderne AGVs in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Bastiaan Krijger, Inhaber von KV-Techniek und GO AGV: “Dank Natural Feature Navigation und einer Softwarefunktion zur Hindernisvermeidung sind die Unterschiede in der Praxis geringer, als viele Menschen denken.”

Auf der Logistica Next 2026 möchte das Unternehmen den Besuchern die Vorteile der Automatisierung mit Robotern und FTS-Fahrzeugen aufzeigen. FTS-Fahrzeuge sorgen durch den Betrieb rund um die Uhr für Kontinuität und schaffen durch die Ausführung festgelegter Muster Struktur. Außerdem präsentiert der Anbieter auf der Messe einen neuen AGV-Typ, der für den Einsatz in Tiefkühl- und Kühlräumen geeignet ist.
Die Vorstellung, dass AMRs alternative Routen fahren können, ist laut Krijger in der Praxis kein Vorteil. Auch AGVs können mittlerweile Hindernisse umfahren. Krijger: “Der große Vorteil eines AGV gegenüber einem AMR besteht darin, dass ein AGV ein Hindernis sicher passieren und anschließend auf die vorgegebene Route zurückkehren kann. Dadurch bleibt der Logistikfluss vorhersehbar, und man profitiert weiterhin von den Vorteilen fester Routen. Diese festen Routen ermöglichen es, Kapazität, Geschwindigkeit und Effizienz optimal aufeinander abzustimmen. Gerade in Produktionsumgebungen bringt das oft mehr als ein Fahrzeug, das jedes Mal selbstständig eine völlig neue Route berechnet.”

Die Entscheidung für ein AGV bietet in vielen Fällen Vorteile gegenüber einem AMR. Krijger: “In einer Produktions- oder Lagerumgebung möchte man maximale Effizienz erreichen. Deshalb setzen Unternehmen selbstfahrende Fahrzeuge ein, um Güter so schnell wie möglich von A nach B zu transportieren. Die Route ist in diesem Fall eine vordefinierte Strecke, die man frei halten muss. Das sorgt für Ruhe und Vorhersehbarkeit, wodurch man höhere Geschwindigkeiten erreichen kann. Das steigert zudem die Produktions- oder Logistikkapazität.”

Dank einer neuen Entwicklung im Bereich der Navigation kann GO AGV dafür sorgen, dass AGVs Hindernissen ausweichen und anschließend wieder auf die ursprünglich programmierte Route zurückkehren. Krijger: “Der Vorteil eines AMR ist damit eigentlich hinfällig geworden. Das Befahren alternativer Routen führt zu einer geringeren Vorhersehbarkeit automatisierter Fahrzeuge. Fahrer von innerbetrieblichen Transportmitteln können AMRs schneller übersehen und Unfälle verursachen.”


Obwohl der Einsatz eines AGV komplex erscheint, muss das nicht unbedingt so sein, so der Eigentümer. “Unsere Software ist sehr zugänglich, übersichtlich und benutzerfreundlich. Ein Unternehmer, der sich für ein automatisiertes Fahrzeug entscheidet, kann Routen im Steuerungssystem mit einem Mausklick ändern. Wir können uns sehr gut vorstellen, dass Unternehmen hierfür nicht immer vom Lieferanten abhängig sein möchten. Unsere AGVs arbeiten genau wie AMRs auf der Grundlage der Natural-Feature-Navigation mit einem LiDAR-Scanner. Damit lassen sich Routen ganz einfach ändern, ohne dass bauliche Anpassungen erforderlich sind.”
Der Einsatz von AGVs muss unkompliziert sein, ebenso wie die Steuerungssoftware, erklärt Krijger. “Während früher die Logistikabteilung für die Gabelstapler zuständig war, übernehmen diese Aufgabe nun die Bediener. Zudem lassen sich die AGVs über eine HMI sehr benutzerfreundlich bedienen, und Aufträge für die Fahrzeuge können automatisch von übergeordneten Systemen generiert werden.”
Die Wahl zwischen einem AGV und einem AMR hängt letztendlich von der jeweiligen Anwendung ab. Krijger: “In vielen Produktions- und Lagerumgebungen erweisen sich moderne AGVs dank intelligenter Software, Natural Feature Navigation und vorhersehbarer Logistikprozesse als besonders effiziente Lösung. Das Wichtigste ist und bleibt jedoch, dass die Automatisierung auf die Organisation des Arbeitsalltags abgestimmt ist.”