Lkw, die an- und abfahren, Gabelstapler, die ständig manövrieren, Mitarbeiter, die inmitten des Trubels ihre Arbeit verrichten: Be- und Entladerampen sind das Herzstück jedes Lagers oder Distributionszentrums. Genau deshalb gehören sie auch zu den gefährlichsten Orten eines Unternehmens: Schätzungen zufolge ereignen sich hier nicht weniger als 25% aller gemeldeten Arbeitsunfälle. Dennoch bleibt die Laderampe in vielen Unternehmen ein blinder Fleck in der Sicherheitspolitik – erst nach einem schweren Unfall werden strukturelle Maßnahmen ergriffen. ASSA ABLOY Entrance Systems möchte daher das Bewusstsein für die Sicherheit an Laderampen schärfen.
Ein Laderampenbereich ist nie ‘fertig’. Das Aufkommen variiert von Stunde zu Stunde, das Wetter wechselt zwischen trocken, nass und eisig, und das Licht fällt je nach Tageszeit oder Jahreszeit unterschiedlich ein. Wenn Fahrer und Mitarbeiter zudem keine gemeinsame Sprache sprechen, kommt es schnell zu Missverständnissen. All diese Faktoren sorgen gemeinsam für ein Umfeld, in dem ein kleiner Einschätzungsfehler große Folgen haben kann.
Was das Risiko noch weiter unterschätzt: Auf jeden Unfall, der tatsächlich den zuständigen Behörden gemeldet wird, kommen schätzungsweise etwa 600 Beinaheunfälle. Diese ‘Beinaheunfälle’ bleiben oft unbemerkt, bis es einmal schiefgeht.
Hinter den meisten Unfällen an Laderampen verbergen sich immer wieder dieselben vier Szenarien. Das Herunterfallen von der Laderampe ist eines davon, oft verursacht durch rutschige Oberflächen, offene Tore oder einen Moment der Unachtsamkeit.
Mindestens ebenso gefährlich ist das vorzeitige Wegfahren eines Lkw: Wenn ein Fahrer losfährt, während sich noch jemand im oder um den Anhänger herum aufhält, kann dies tödliche Folgen haben.
Ein drittes Szenario ist das sogenannte ‘Vehicle Creep’: Ein Lkw, der jedes Mal, wenn ein Gabelstapler ein- oder ausfährt, nach und nach nach vorne rutscht, was zu einer gefährlichen Lücke zwischen Kai und Anhänger führt.
Schließlich stellen Einklemmungen und Zusammenstöße weiterhin ein wiederkehrendes Risiko dar, wenn ein Fahrzeug rückwärts bis an den Kai heranfährt oder wegrollt, während sich noch jemand zwischen Lkw und Kai befindet.
Ein Unfall am Laderampenbereich fordert in erster Linie einen menschlichen Preis: eine Verletzung, die das Leben eines Menschen tiefgreifend beeinträchtigen kann, manchmal mit bleibenden Folgen. Zahlen der britischen Health and Safety Executive zum Transport- und Lagerwesen zeigen, dass 40% der nicht tödlichen Arbeitsunfälle zu einer Abwesenheit von mehr als sieben Tagen führen. Für den betroffenen Mitarbeiter bedeutet dies konkret einen Einkommensverlust; für den Arbeitgeber einen Produktivitätsrückgang, medizinische und administrative Kosten, höhere Versicherungsprämien sowie mögliche Schäden an Fahrzeugen und Ausrüstung.
Die gute Nachricht: Untersuchungen zeigen, dass bis zu 70% der gemeldeten Unfälle und der damit verbundenen Kosten durch geeignete Sicherheitsmaßnahmen vermeidbar sind. Dazu ist es notwendig, über eine einzelne Maßnahme hinauszudenken. ASSA ABLOY Entrance Systems unterstützt Unternehmen bei der Erfassung der Risiken an ihren Laderampen und berät sie hinsichtlich eines integrierten Ansatzes.
Für jedes Risikoszenario gibt es eine spezifische Lösung: eine automatische Radblockierung, die ein vorzeitiges Anfahren oder ein allmähliches Vorwärtskriechen physisch verhindert, eine Überladebrücke, die die Lücke zwischen Kaianlage und Anhänger überbrückt, ein Dock-Shelter, der die Lücken rund um das Fahrzeug schließt und so Stürze verhindert, Sicherheitspuffer, die bei einem rückwärtsfahrenden Fahrzeug Ausweichraum schaffen, oder ein sensorgesteuertes „Dock-IN“- und Ampelsystem, das Fahrer – unabhängig von ihrer Sprache – sicher in die richtige Position leitet.
Diese Lösungen sind Teil eines umfassenderen Angebots, das von Verladestationen und Verladehallen bis hin zu Beleuchtung, Sensoren und Erkennungssystemen reicht. Ergänzt durch Schulungen, Verfahren und regelmäßige Wartung ist die Verladestation nicht länger das unterschätzte Risiko im Lager, sondern ein bewusst verwaltetes und sicheres Glied in der Logistikkette.
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