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Die Verpackung folgt dem Produkt: So verändert intelligente Verpackung die Logistik

Wie lässt sich vermeiden, dass kleine Produkte in viel zu großen Kartons versendet werden? In dieser Folge von „Tussen de Stellingen“ spricht Moderator Roel van Gils mit Jeroen Brabers von Packsize über maßgeschneiderte Kartons und intelligente Verpackungsautomatisierung. Themen sind unter anderem „Box-First“- und „Box-Last“-Lösungen, die Reduzierung von Luft und Füllmaterial, Automatisierung ab größeren Verpackungsmengen sowie die Auswirkungen der europäischen PPWR-Verordnung. Außerdem erklärt Brabers, wie Packsize mit Maschinen wie der X5, der X6, der CVP Impack und der CVP Everest die Verpackungen an das Produkt anpasst und so Transportvolumen, Materialverbrauch und manuellen Arbeitsaufwand reduzieren kann.

Gespräch mit Jeroen Brabers
Gastgeber: Roel van Gils

Die Verpackung folgt dem Produkt: So verändert intelligente Verpackung die Logistik 1
Jeroen Brabers.
Transcriptie

[00:04] Einführung – maßgefertigte Kartons
Roel van Gils: Willkommen zu einer weiteren neuen Folge von „Tussen de Stellingen“ von Warehouse en Logistiek Benelux. Das kennst du wahrscheinlich. Du bestellst etwas online, etwas Kleines, vielleicht ein paar Teile und Zubehör oder ein Produkt, das problemlos in den Briefkasten passen würde. Ein paar Tage später steht ein riesiger Karton vor deiner Tür. Man öffnet sie und da liegt das Produkt, umgeben von Luft und oft noch etwas Pappe, Papier oder anderem Füllmaterial, um zu verhindern, dass das kleine Produkt in dem riesigen Karton hin- und herrutscht. Heute sprechen wir über eine Lösung, die eigentlich ganz logisch klingt: direkt beim Produkt.

Roel van Gils: Zu Gast an meinem Tisch ist Jeroen Brabers von Packsize. Jeroen, herzlich willkommen.
Jeroen Brabers: Vielen Dank.
Roel van Gils: Jeroen, stell dich doch bitte kurz vor.
Jeroen Brabers: Nun, mein Name ist Jeroen. Ich arbeite seit etwas mehr als einem Jahr für die Firma Packsize. Davor war ich bereits bei Sparck Technologies tätig, dem Unternehmen, das kürzlich von Packsize übernommen wurde. Und ja, wir stellen maßgeschneiderte Kartons her.
Roel van Gils: Ja, maßgefertigte Kartons. Das ist natürlich ein weit gefasster Begriff. Was macht ihr genau? Vielleicht eine kurze Einführung: Wer seid ihr? Woher kommt ihr?

[01:04] Eine auf das Produkt abgestimmte Verpackung
Jeroen Brabers: Eigentlich versuchen wir – und das tun wir schon seit vielen Jahren –, herauszufinden, wie groß die Schachtel für den Artikel sein muss, den man verpacken möchte. Wenn man also, bildlich gesprochen, ein Wasserglas, wie ich es hier vor mir stehen sehe, verpacken möchte, gibt es dafür vielleicht keine Standardschachtel. In diesem Fall vermessen wir das Produkt und fertigen eine maßgeschneiderte Schachtel dafür an.
Roel van Gils: Das mit der Maßanfertigung dürfen wir also eigentlich ziemlich wörtlich nehmen?
Jeroen Brabers: Das ist wörtlich gemeint. In zwei Varianten. Das kann in einer „Box-First“-Lösung oder in einer „Box-Last“-Lösung erfolgen. Ja, „Box-First“ bedeutet im Grunde Folgendes: Man ruft aus dem WMS-System die Abmessungen von – in diesem Fall – einem Wasserglas ab. Das können auch ein Wasserglas sowie eine Tasse und eine Untertasse sein oder eine Schachtel mit Unterlegscheiben dazu. Das System berechnet, wie viel Fassungsvermögen eine solche Schachtel haben muss, fertigt diese Schachtel dann maßgeschneidert an, und schon kann es losgehen. Dann wird in der Regel kein Füllmaterial mehr benötigt. Man verschließt die Schachtel, etikettiert sie, und schon ist sie versandfertig.
Roel van Gils: Und das nennst du das „Box-First“-Prinzip?
Jeroen Brabers: Das ist das „Box-First“-Prinzip.
Roel van Gils: Also auf der Grundlage von Daten aus dem WMS.
Jeroen Brabers: Genau. Auf der anderen Seite gibt es dann das „Box-Last“-Prinzip. Der Unterschied besteht darin, dass man mit seinen Produkten – in diesem Fall zum Beispiel dem Wasserglas und der Schachtel mit den Filzunterlagen – zur Maschine geht. Nach dem Auflegen der Produkte drückt man auf „Start“. Es wird ein 3D-Scan der aufgelegten Produkte erstellt. Die Maschine fertigt sofort eine maßgeschneiderte Schachtel an, faltet sie um das Produkt oder um die Produkte herum, verschließt sie mit Klebeband oder Klebstoff, bringt ein Versandetikett an – und schon ist die Schachtel versandfertig.
Roel van Gils: Du meinst also eigentlich: Nicht mehr die Verpackung ist der Ausgangspunkt, sondern das Produkt selbst.
Jeroen Brabers: Ja, das ist schön ausgedrückt. Begrenzte Auswahl an Kartons. Auf diese Weise erzeugen wir also weniger Luft in den Kartons. Mit dem „Box-Last“-Prinzip kehren wir definitiv zu 0% Luft zurück.
Roel van Gils: Oh, wirklich null? Man umgeht das Thema wirklich, ja, sozusagen.
Jeroen Brabers: Ja, na ja, gut. Hier und da bleibt natürlich noch etwas Luft im Glas übrig. Aber es wird so klein gemacht, wie man es sich nur vorstellen kann. Außerdem ist kein Füllmaterial mehr darin enthalten. Das ist ein sehr wichtiger Punkt.

[03:31] Warum feste Kartongrößen lange Zeit der Standard waren
Roel van Gils: Denn wir haben uns jahrelang an Kartons in Standardgrößen gewöhnt. Warum wurde daran immer so hartnäckig festgehalten?
Jeroen Brabers: Es ist natürlich ganz einfach. Mit vier, fünf oder zehn Kartongrößen kann man natürlich alles verpacken. Und wenn man Füllmaterial benötigt, ist das natürlich auch leicht zu beschaffen. Bis vor kurzem gab es dafür eigentlich noch keine gesetzlichen Vorschriften. Man kann das also einfach nehmen und verwenden. Und wenn man damit seinen Prozess einigermaßen abdecken kann, ist das natürlich oft völlig in Ordnung. Das Kundenerlebnis wird immer wichtiger. Als Verbraucher – das kennen wir wahrscheinlich alle – erhält man eine riesige Schachtel, in der fast nichts drin ist. Und man denkt sich: Ja, ist das wirklich nötig?
Roel van Gils: Ja.
Jeroen Brabers: Das hängt auch davon ab, wie hoch die Kosten für den Versand eines Pakets sind. Ein Paket ist relativ günstig. Und das Versandetikett kostet eigentlich immer dasselbe. Wenn es größer ist als ein Briefkastenpaket, spielt die Größe eigentlich keine Rolle mehr. Es ist immer derselbe Betrag.
Roel van Gils: Ja, das ist eigentlich ganz einfach, zumindest früher. Ja, ja, ja.
Jeroen Brabers: Und man muss auch bedenken: Wenn man als Verpacker am Verpackungstisch steht – also derjenige, der das eigentliche Verpacken übernimmt –, dann möchte man sicher sein, dass das Produkt, das vor einem liegt, in einen bestimmten Karton passt. Deshalb nimmt er lieber einen Karton, der vielleicht eine Nummer zu groß ist, als einen, der sich als zu klein herausstellt und bei dem er von vorne anfangen muss. Denn er wird danach beurteilt, wie viele Kartons er pro Stunde verpackt.

[05:01] Wann Maßarbeit interessant wird
Roel van Gils: Das klingt natürlich gut, diese Lösungen von euch. Aber wann wird es eigentlich interessant? Wann wird maßgeschneiderte Arbeit interessant?
Jeroen Brabers: Es liegt auf der Hand: Je mehr Kartons man pro Tag verpackt, desto einfacher wird es, einen ROI zu erzielen. Aber wir dürfen auch nicht unterschätzen, wie viele andere Faktoren noch eine Rolle spielen können, wenn es darum geht, eine Maschine anzuschaffen oder eine Lösung zu implementieren. Da geht es natürlich einerseits um die Kostensenkung. Andererseits möchte man sich auch weniger von Arbeitskräften abhängig machen. Vor allem dann, wenn diese schwerer zu bekommen sind oder teurer werden.
Roel van Gils: Ja.
Jeroen Brabers: Außerdem kann man mit sehr wenigen Mitarbeitern noch sehr viele Kartons produzieren – gerade gegen Ende der Annahmeschlusszeit. Damit lässt sich also auch das Wachstum fördern. Und vielen unserer Kunden ist es einfach wichtig, so wenig Luft und Karton wie möglich zu versenden.
Roel van Gils: Ja, ja. In diesem Sinne stehe ich hinter der Nachhaltigkeit.
Jeroen Brabers: Ja, genau. Und das ganz abgesehen von der Kostenersparnis, die wir ab einer bestimmten Anzahl von Kartons erzielen können. Das sind natürlich auch sehr wichtige KPIs. Aber um Ihre Frage zu beantworten: Wenn man eine Kostensenkung ins Auge fasst, liegt die Schwelle bei etwa 500 bis 1.000 Kartons pro Tag. Wenn Sie diese täglich versenden möchten, kommt unsere Maschine ins Spiel. Dann kommt unsere Lösung ins Spiel.
Roel van Gils: Also eigentlich, um noch einmal darauf zurückzukommen: Eine kleine Änderung an der Verpackung wirkt sich auf mehrere Glieder der Kette aus. Volumen, weniger Luft, was auch immer.
Jeroen Brabers: Ja, aber auch nicht zu unterschätzen: Man muss keine riesigen Mengen an Kartons mehr auf Lager halten. Unsere Maschinen arbeiten mit sogenanntem „Endloskarton“. Das sind eigentlich gestapelte Kartonbahnen. Und die haben alle die gleichen Abmessungen, können in der Breite noch etwas variieren. Das Verpackungsmaterial wird viel einfacher, als wenn man zwanzig oder dreißig verschiedene Kartongrößen vorrätig halten muss.

[07:12] Der richtige Zeitpunkt für die Automatisierung
Roel van Gils: Eine Frage, die sich viele Unternehmer vielleicht stellen: Wann sollte man eigentlich mit der Automatisierung beginnen? Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Jeroen Brabers: Nun, sehr viele Unternehmer denken erst zu spät darüber nach. Wir versuchen immer zu verdeutlichen: Es ist besser, jetzt langsam loszulaufen, als später zu rennen. Du wirst auch feststellen, dass in dem Moment, in dem du mit uns ins Gespräch kommst, ein großer Teil deines eigenen Logistikprozesses unter die Lupe genommen wird. Wie bringst du die Produkte auf die richtige Weise zur Maschine? Wie bekommst du sie wieder weg? Wo hast du dein Lager? Wie viele Mitarbeiter brauchst du an welchem Standort? Oft stellt sich also heraus, sobald du mit uns an einen Tisch sitzt, dass dies auch Auswirkungen auf den Rest deines Prozesses hat.
Roel van Gils: Ja, genau. Man sollte also nicht warten, bis die Kapazität wirklich erschöpft ist?
Jeroen Brabers: Nein. Und ich sage auch immer: Ihr könnt euch gerne mit uns unterhalten und müsst nicht sofort eine Lösung von uns kaufen. Wir möchten euch allen sehr gerne erklären, was wir für euch tun können, ja.
Roel van Gils: Und es bleibt also nicht nur bei dieser Maschine. Der gesamte Prozess wird neu überdacht, auch von euch.
Jeroen Brabers: Ja, ja, genau. Wir schauen immer mit an. Wir können auch jederzeit Anregungen oder Anmerkungen einbringen. Das tun wir auch immer gerne. Letztendlich sind wir zwar nicht diejenige Partei, die ein ganzes Lager neu gestaltet, aber wir denken in diesem Prozess immer mit.

[08:29] Vom EM7 bis zum X5 und X6
Roel van Gils: Wir haben nun über einige Lösungen gesprochen.
Jeroen Brabers: Ja, seit dem Zusammenschluss von Packsize und Sparck verfügen wir über ein unglaublich breites Maschinensortiment. Ich glaube, derzeit ist es das breiteste Sortiment auf dem Markt. Und das fängt eigentlich schon bei der EM7 an. Das ist eine Maschine mit geringem Automatisierungsgrad. Und die bietet eigentlich die Möglichkeit, das zu verpacken, was wir auf dem Markt manchmal als „Uglies“ bezeichnen, oder auch als „Unhappy Flow“. Wirklich unhandliche Produkte. Und man möchte sie trotzdem gerne verpacken. Wir arbeiten gerade mit einem Unternehmen zusammen, das Stoßstangen, Motorhauben und solche Dinge herstellt. Man kann das Produkt eigentlich vermessen und sagen: „Ich möchte jetzt diese Schachtel gedreht haben.“ Und die Maschine kann dann auch eine so große Schachtel herstellen, dass sie eine Motorhaube, eine Stoßstange, eine Lampe, einen Tisch und so weiter verpacken kann. Aber die Kapazität liegt dort bei etwa 100 bis 150 Paketen pro Stunde.
Roel van Gils: Das ist doch ernst gemeint?
Jeroen Brabers: Bei diesen Stromartikeln ist das oft mehr als ausreichend. Nun, dann haben wir die „Box-First“-Lösungen ab dem X5. Daneben den X6. Die Unterschiede liegen hier in der Stundenleistung. Wir sprechen von 600 pro Stunde für den X5 und etwa 1.200 für den X6. Und das sind also die „Box-First“-Lösungen. Das sind also die Maschinen, die… Daneben haben wir eigentlich die „Box-Last“-Lösungen. Und dabei sprechen wir vom CVP Impack und vom CVP Everest, die jeweils 500 bis 1.100 Kartons pro Stunde produzieren können.

[10:21] Funktionsweise der Box-Lademaschinen
Roel van Gils: Und wie funktionieren diese Maschinen denn?
Jeroen Brabers: Nun ja, das sind also die Box-Verpackungslösungen, bei denen man das Produkt auf das Förderband legt. Der Bediener drückt auf „Start“, und in diesem Moment wird ein 3D-Scan des Auftrags erstellt. Und dann wird direkt unten in der Maschine eine maßgeschneiderte Schachtel zugeschnitten.
Roel van Gils: Das ist also das Sortiment von „Box First, Box Last“. Damit habt ihr dann eigentlich euer gesamtes Sortiment abgedeckt?
Jeroen Brabers: Ja, wir haben noch einige Varianten, die damit zu tun haben. Wir haben zum Beispiel die Möglichkeit, den X6 mit einem sogenannten Lidder zu kombinieren. Dabei wird ein Deckel hergestellt. Das bedeutet, dass man mit dem X6 einen Karton für das Fließband herstellt, während der Lidder gleichzeitig einen Deckel für diesen Karton fertigt.
Roel van Gils: Okay.
Jeroen Brabers: So versuchen wir also, die Technologien miteinander zu kombinieren. Wir haben auch noch Klebemaschinen für Lösungen mit sehr geringem Automatisierungsgrad im Angebot. Wir haben also noch eine Reihe weiterer Produkte in unserem Sortiment. Aber das sind die wichtigsten.
Roel van Gils: Und ich habe auch verstanden, dass ein Briefkastenpaket zu den Möglichkeiten gehört, oder?
Jeroen Brabers: Mit 1.100 Kartons pro Stunde kann man auch einen Karton herstellen, der flach genug ist, um durch einen Briefkasten zu passen. Ja, und das ist natürlich besonders interessant, wenn man Produkte hat, bei denen das möglich ist, denn nicht nur ist das Versandetikett günstiger, sondern die Zustellwahrscheinlichkeit ist auch viel höher und die Empfänger müssen nicht zu Hause sein.

[11:54] Formate und Gewicht
Roel van Gils: Denn wenn wir nun über Größen und Gewichte sprechen, an welchen Bereich müssen wir uns dabei orientieren?
Jeroen Brabers: Nun ja, wir sagen eigentlich ab einem Stück. Ein Paket zusammenstellen. Das Gewicht stellt für uns keine wirkliche Einschränkung dar. Das heißt: Wir können problemlos ein 25-Kilo-Paket verpacken. Dafür muss man allerdings den richtigen Karton verwenden. Und da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir sagen aber auch: Wenn man 500 Pakete à 25 Kilo pro Stunde verpacken möchte, sollte man sich vielleicht nach einer anderen Lösung umsehen. Oder nach zwei Maschinen. Die Bauteile in der Maschine leiden natürlich unter schweren Produkten.

[12:36] Einzigartige Technologie
Roel van Gils: Was zeichnet Ihre Technologie denn nun so besonders aus?
Jeroen Brabers: Die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale unserer „Box First“-Lösungen sind im Grunde genommen die sehr hohe Geschwindigkeit und die Tatsache, dass wir mit den von uns hergestellten Kartons eine breite Produktpalette verpacken können. Die „Box Last“-Lösung ist einzigartig, da man damit auch Bestellungen mit mehreren Produktlinien verpacken kann. Das bedeutet – wie ich in Verkaufsgesprächen immer sage: Sobald Sie die Produkte vor sich auf den Tisch legen können, verpacken wir sie. Natürlich ist es schwierig, vier einzelne Tennisbälle zu verpacken, da diese wegrollen. Aber wir können viel mehr verpacken. Waren bleiben auf einem Förderband viel besser stehen oder liegen, als die meisten denken. Und das ist etwas, was wir deutlich besser machen als unsere Mitbewerber.
Roel van Gils: Aber diese Produkte werden dann sozusagen von einem Mitarbeiter gestapelt, oder?
Jeroen Brabers: Ja, richtig. Ja, dazu bieten wir auch Schulungen an. Bevor eine Maschine in Betrieb genommen wird, haben wir also eine sogenannte Einarbeitungsphase. Wir bleiben so lange an der Maschine, wie es nötig ist, um die Bediener zu schulen, aber auch, um das technische Personal vor Ort in der Durchführung kleinerer Wartungsarbeiten zu unterweisen.
Roel van Gils: Ja, eigentlich ist also – abgesehen von diesem Tennisball – keine Situation vorstellbar, in der die Maschine sagt: „Tut mir leid, das passt nicht in meinen Prozess.“.
Jeroen Brabers: Einen Tennisball kann man auch verpacken. Man müsste sich nur überlegen, wie man das macht. Wenn man sozusagen sagt: „Ich versende auch ein Tennis-Shirt“, dann kann man die vier Bälle auf das Shirt legen, damit sie nicht wegrollen. Ja, es gibt Halterungen, Röhrchen und solche Dinge.
Roel van Gils: All diese Möglichkeiten.
Jeroen Brabers: Das Schöne daran ist, dass jeder Kunde immer eine Handvoll kleiner Lösungen für Dinge parat hat, die etwas kniffliger sind. Zum Beispiel ein Gummiband, das man um zwei zylinderförmige Produkte wickelt. Und das sind kleine Lösungen, mit denen man viel erreichen kann.
Roel van Gils: Da stößt man in der täglichen Praxis natürlich auf so manche Dinge, oder? Von Produkten bis hin zu allem Möglichen. Ja, damit muss man kreativ umgehen.
Jeroen Brabers: Auf jeden Fall. Das Besondere an meiner Arbeit ist, dass ich jeden Tag in einem anderen Unternehmen arbeite.
Roel van Gils: Aber natürlich auch wieder neue Erkenntnisse, die ich bei anderen Partien anwenden kann.
Jeroen Brabers: Auf jeden Fall.

[14:46] Personalisierung und Online-Druck
Roel van Gils: Und da steckt doch auch noch eine interessante Marketingdimension dahinter, oder? Denn ihr könnt ja auch einen Online-Druckservice anbieten.
Jeroen Brabers: Das stimmt. Wir können jede Schachtel mit einem individuellen Aufdruck versehen. Das ist eine Option, die wir anbieten. Man bekommt dann quasi einen Drucker. Darauf kann einfach stehen: „Hey, Jan, danke für deine Bestellung.“ Oder es kann wirklich dein Name darauf stehen. Man kann auch einen Markennamen darauf drucken. Logos. Das ist alles möglich.
Roel van Gils: Individuell?
Jeroen Brabers: Individuell, je nach Auftrag.
Roel van Gils: Das heißt also, dass die Schachtel in diesem Sinne auch zu einem Kommunikationsmittel wird?
Jeroen Brabers: Ja, auf jeden Fall. Und wo wir gerade davon sprechen: X5 Nozomi ist eigentlich eine „Box-First“-Lösung, in die eine sehr große Druckeinheit integriert ist. Ja, und diese Druckeinheit fertigt pro Bestellung eine maßgeschneiderte Vollfarbverpackung an – es gibt also praktisch nichts, was man sich vorstellen kann, das dieser Drucker nicht umsetzen könnte. Und das gesamte Logo in Vollfarbe. Man erstellt also wirklich einen Vollfarbdruck, der sofort versendet werden kann.
Roel van Gils: Ist dafür dann auch anderes Kartonmaterial erforderlich?
Jeroen Brabers: Das hat ziemlich viele Auswirkungen. Es ist keine einfache Lösung.
Roel van Gils: Aber gibt es das schon oder kommt es erst noch? Es befindet sich noch in der Entwicklung.
Jeroen Brabers: Es gibt bereits einen Prototyp, der derzeit läuft. Und wir führen gerade erste Gespräche mit potenziellen Kunden. Aber das wird auf jeden Fall noch kommen.
Roel van Gils: Denn man merkt, dass diese Nachfrage tatsächlich besteht. Ja, diese Nachfrage geht in Richtung einer stärkeren Spezialisierung.
Jeroen Brabers: Nun ja, das ist natürlich etwas, wofür eine große Nachfrage besteht. Man sieht ja, welchen Marketingwert die Verpackung in den letzten Jahren gewonnen hat. Ja. Und darauf müssen wir auf jeden Fall reagieren.

[16:40] PPWR und Reduzierung von Leerraum
Roel van Gils: Und etwas, das euch natürlich auch zugutekommt, ist die neue europäische Regelung.
Jeroen Brabers: Die PPWR-Regelung. Ja, auf jeden Fall. Ich denke, davon profitieren wir alle. Aber für unser Verkaufsargument ist das natürlich besonders interessant.
Roel van Gils: Könntest du das bitte kurz erläutern? Was bedeutet das für die Verpackungen?
Jeroen Brabers: Ja, das ist eine Regelung, die mit Nachhaltigkeit und CO₂-Reduzierung zu tun hat. Dass immer mehr recyceltes Material verwendet werden muss. Unsere Maschinen sind für die Verarbeitung von recyceltem Karton geeignet. Außerdem – und das ist ein ganz wichtiger Punkt – gewinnt die Volumenreduzierung zunehmend an Bedeutung. Wie viel Prozent Luft, also überschüssige Luft, darf man noch in Verpackungen einbringen? Darf man diese noch in der Verpackung mitversenden? Und dafür gibt es immer strengere gesetzliche Vorschriften. Diese sind bereits in abgeschwächter Form in Kraft. Ja, ab 2030 darf man nicht mehr als 50% Luft versenden.
Roel van Gils: Das ist eigentlich noch ziemlich viel.
Jeroen Brabers: 50% klingt nach sehr viel. Aber schauen Sie sich doch einmal an, wie eine durchschnittliche Verpackung aussieht, die Sie in den kommenden Wochen oder Monaten erhalten werden. Da liegt man leicht deutlich über diesen 50%.
Roel van Gils: Ja, das hängt natürlich auch vom Produkt ab.
Jeroen Brabers: Das hängt vom Produkt ab, ja. Aber es geht um überschüssige Luft.
Roel van Gils: Überflüssige Luft.
Jeroen Brabers: Ja, wenn man zum Beispiel wieder – nehmen wir noch einmal das Wasserglas als Beispiel. Wenn man das trinkt, besteht der Inhalt des Glases natürlich aus Luft. Aber das ist keine überschüssige Luft. Dagegen kann man eigentlich nichts tun. Es geht aber darum, dass der Karton, der es umgibt, nicht auch vier Gläser enthalten könnte.
Roel van Gils: Ach so.
Jeroen Brabers: Oder drei. Darum geht es. Dass dieses Volumen reduziert wird. Übrigens wird Füllmaterial als überschüssige Luft angerechnet. Man kann also nicht sagen: Ich nehme einfach einen zu großen Karton, stopfe ihn voll mit Füllmaterial und dann ist die Sache erledigt. So funktioniert das nicht.
Roel van Gils: Aber du hast gesagt: Diese Gesetzgebung ist also jetzt in abgeschwächter Form in Kraft. Und was bedeutet „abgeschwächt“? Wie viel Prozent Luft sind jetzt noch erlaubt?
Jeroen Brabers: Ja, derzeit liegt der Fokus noch etwas weniger auf der Reduzierung von Verpackungsmaterial und mehr auf dem recycelten Material. Ich rate jedoch jedem, sich genau anzuschauen, was das für seine oder ihre Organisation bedeutet. Denn es herrscht noch viel Unklarheit. Tatsache ist jedoch, dass es diese Entwicklung gibt. Und es wird in weiterer Form kommen. Und dass jeder die Folgen davon zu spüren bekommen wird. Auch wir als Verbraucher werden davon betroffen sein. Man wird weniger Lkw auf den Straßen sehen und es wird weniger Müll auf der Welt geben, daher denke ich, dass das für uns alle sehr gut ist, ja.
Roel van Gils: Okay, also verwende nicht mehr Verpackung als nötig.
Jeroen Brabers: Eigentlich ja. Das ist ohnehin schon seit Jahren unsere Botschaft.

[19:23] Weiterentwicklung und kundenorientierte Anpassungen
Roel van Gils: Ja, verstehe. Ich habe gehört, dass ihr auch an Entwicklungen arbeitet. Ja, stimmt, sogar an einer Kombination aus Maschinen.
Jeroen Brabers: Nun ja, das habe ich eigentlich gerade schon angesprochen. Den X6 werden wir mit einer Verschließmaschine kombinieren, die wir bereits aus einer anderen Lösung hatten. Außerdem arbeiten wir natürlich ständig daran, unsere aktuellen Maschinen zu verbessern. Wir prüfen, wo wir noch Anpassungen vornehmen können. Wir erhalten auch oft kundenspezifische Anfragen. Zum Beispiel: „Wir möchten gerne dies oder das“, oder „Könnt ihr diese Maschine so umrüsten?“ „Könnt ihr eine Anpassung vornehmen, damit das möglich wird?“ Dafür haben wir ein Team, das prüft, ob diese Möglichkeit besteht. Und wenn sich dabei interessante Optionen ergeben, können wir jederzeit beschließen, diese in die Serienversion zu übernehmen. Auf diese Weise versuchen wir eigentlich immer, die Zuverlässigkeit der Maschine noch weiter zu steigern.
Roel van Gils: Und hast du vielleicht noch eine Exklusivmeldung für uns?
Jeroen Brabers: Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mitteilen.
Roel van Gils: Okay, aber vielleicht kommt ja noch etwas.
Jeroen Brabers: Es steht zweifellos wieder etwas an. Ja, ganz sicher.

[20:23] Die perfekte Verpackung ist für jede Bestellung anders
Roel van Gils: Wenn wir also das betrachten, was wir gerade besprochen haben, gibt es eigentlich keine perfekte Schachtel. Zumindest ist jede Schachtel aus eurer Sicht einzigartig.
Jeroen Brabers: Ja, das ist er auch.
Roel van Gils: Und es muss eigentlich genau so groß sein, dass alles hineinpasst.
Jeroen Brabers: Ja, eigentlich ist das ein ganz logischer Gedanke. Wenn man es so formuliert, dass man eine maßgeschneiderte Schachtel herstellen will. Es gibt eigentlich keinen logischeren Gedanken als diesen. Aber dennoch gab es so etwas bisher noch nicht, so wie wir es machen.

[20:53] Ratschläge für Unternehmen
Roel van Gils: Und was rätst du den Zuhörern?
Jeroen Brabers: Nun, wenn Sie glauben, dass das für Sie interessant sein könnte, nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Meine Kontaktdaten finden Sie auf unserer Website packsize.nl. Das geht sowohl online als auch vor Ort. Wir haben genügend Kunden in den Benelux-Ländern, bei denen wir uns auch gerne einmal eine Maschine ansehen können. Damit du ein Gefühl dafür bekommst: Hey, passt das eigentlich zu mir? Und letztendlich kann die Antwort, wie bereits erwähnt, auch „Nein“ lauten. Dann finden wir gemeinsam schnell genug eine Lösung. Aber es ist immer gut, erst einmal ins Gespräch zu kommen. Und dann denken wir gerne mit euch über euren Prozess nach.
Roel van Gils: Und schaut mal, ob es zu euch passt oder nicht.

[21:37] Implementierungszeit und Wachstum
Jeroen Brabers: Ja, Sie sprechen jetzt von der Zeit zwischen der Unterzeichnung und der tatsächlichen Inbetriebnahme. Das sind ungefähr vier bis sechs Monate.
Roel van Gils: Okay, alles läuft noch recht zügig.
Jeroen Brabers: Ja, das geht auch ziemlich schnell. Wir suchen noch Mitarbeiter für den Produktionsbereich.
Roel van Gils: Ach so.
Jeroen Brabers: Ja, wir sind immer auf der Suche nach guten Mitarbeitern. Wir suchen nach wie vor qualifizierte technische Fachkräfte. Denn wir möchten gerne wachsen und expandieren. Und genau das tun wir bereits. Schauen Sie sich gerne unsere Stellenangebote auf der Website an.
Roel van Gils: Sieh mal an, ganz richtig. Jeroen, vielen Dank für dieses Gespräch.
Jeroen Brabers: Ich danke dir auch für deine Zeit.
Roel van Gils: Und liebe Zuhörer, vielen Dank fürs Zuhören.

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